Der Einsatz KI-erzeugter Bilder in der aktuellen Plakatkampagne der SPD Osnabrück sorgt für eine weitere Auffälligkeit. Auf einem Plakatmotiv zum Thema Schulen ist im Hintergrund ein vermeintliches Stadtwappen zu erkennen, das nicht dem Osnabrücker Original entspricht. Was hat es damit auf sich?
Osnabrück, Mainz oder Absurdistan?
Statt des bekannten Osnabrücker Rades zeigt das Motiv eine verfremdete Version des Wappens, die optisch deutlich stärker an das Mainzer Rad erinnert. Der Fehler ist wohl auf die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Erstellung der Bilder zurückzuführen sein. KI-Systeme erzeugen bekannte Symbole, Wappen oder Schriftzüge häufig nur ungenau oder vermischen verschiedene Vorlagen miteinander.
Plakatkampagne soll auf zentrale Erfolge aufmerksam machen
Mit ihrer neuen Plakatkampagne macht die SPD Osnabrück auf zentrale Erfolge sozialdemokratischer Kommunalpolitik in den vergangenen Jahren aufmerksam. Unter dem Motto „Versprochen – gehalten!“ zeigt die Kampagne anhand konkreter Beispiele, welche Projekte und Verbesserungen für die Menschen in Osnabrück umgesetzt wurden. Dabei setzt die Partei allerdings statt auf reale Motive aus Osnabrück auf KI-generierte Bilder. Die Plakate, mit denen die SPD bewusst einen Kontrast zu rein symbolischer Politik setzen möchte, werden in den kommenden Wochen im gesamten Stadtgebiet sichtbar sein.
Bei dem Wappen an dem Gebäude im Hintergrund soll es sich um ein rein fiktives Symbol handeln. Zufällig ähnelt es aber dem Osnabrücker Rad, nutzt jedoch die Farben des Mainzer Rades. / Foto: SPD Osnabrück
SPD-Vorsitzender klärt auf: Es ist gar nicht das Stadtwappen
Doch was hat es nun genau mit dem falschen Stadtwappen auf sich? Am Rande der Ratssitzung am Dienstagabend (19. Mai) erklärte SPD-Vorsitzender und OB-Kandidat Robert Alferink gegenüber der HASEPOST, es würde sich bei der Abbildung auf dem Plakatmotiv gar nicht um das Osnabrücker Stadtwappen handeln. Vielmehr sei es einfach nur ein rein fiktives Symbol an dem fiktiven Schulgebäude. Und warum überhaupt hat die SPD auf KI gesetzt, statt einen Fotografen und Grafikdesigner zu beauftragen? „Das haben wir bewusst gemacht, weil wir die Diskussion wollten“, so Alferink. „Jetzt diskutieren wir über die Plakate. Genau das wollten wir.“
Plakatkamapagne ist nicht Teil des Wahlkampfes
Auf ihrem Instagram-Account erklärte die SPD Osnabrück auf die Frage einer Nutzerin, warum man KI genutzt habe, außerdem, dass man bei der Plakatkampagne, die nicht Teil des Wahlkampfes sei, mit „sehr kleinem Geld“ gearbeitet habe. SPD-Ratsmitglied André Klekamp verteidigte in der Diskussion den KI-Einsatz auch damit, dass es „ein neues Werkzeug“ sei, das „auch und erst recht Mediengestalter nutzen“. Und: „Die gleiche Diskussion wurde womöglich bei der Einführung des Buchdruckes, CtP, Corel, Photoshop etc. geführt. Oder doch nicht?“
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