Das anhaltende Niedrigwasser der Flüsse setzt nach Einschätzung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) vor allem die chemische Industrie unter Druck. Betroffen sind große Standorte am Rhein, die petrochemische Vorprodukte verarbeiten.
Rhein als Transportachse für Chemie
Zwar werden über den Rhein häufig geringwertige Massengüter wie Kohle, Sand oder Bergbauprodukte verschifft, wie eine Sprecherin der "Rheinischen Post" sagte. Diese spielen im deutschen Außenhandel jedoch eine untergeordnete Rolle. Der Fluss verbindet aber zahlreiche große Standorte der chemischen Industrie, in denen petrochemische Vorprodukte weiterverarbeitet werden.
Daher seien Auswirkungen auf das gesamte Handelsvolumen mit chemischen Erzeugnissen zu erwarten. Dieses habe 2025 bei 235 Milliarden Euro gelegen. Die Breite der Wirtschaft werde die Auswirkungen eher durch höhere Transportkosten und eine Preissteigerung für die inländische Produktion spüren, so die Sprecherin. Dies sei eine weitere Belastung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.
Ohne Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz der Wasserstraßen könne die Binnenschifffahrt ihre Vorteile künftig nicht mehr ausspielen, so die DIHK. Das schade dem Klimaschutz und der Wirtschaft gleichermaßen.