Große Freude im Zoo Osnabrück: Am 7. April 2026 erblickt ein gesundes Nashornkalb um 4:22 Uhr das Licht der Welt. Zunächst wurden Kalb und Mutter vor der Öffentlichkeit geschützt. Ab dem Nachmittag des 16. April können Besucherinnen und Besucher des Zoo Osnabrück nun aber den kleinen Bullen mit Mutter zunächst nur im Stall bestaunen.
Mutter Amalie ist erfahren und liebevoll
Stolz stellt der Zoo Osnabrück den Nachwuchs in der Nashorn-Familie vor. Zoodirektor Tobias Klumpe bekam als erster von der Geburt mit: „Ich habe im Halbschlaf gegen 3:45 Uhr in der Nacht auf den Kameras gesehen, dass die Fruchtblase geplatzt ist. 120 Sekunden später war das gesunde Kälbchen geboren und bewegte sich.“ Er informierte Zootierarzt Thomas Scheibe und beide trafen nur kurze Zeit später bei Mutter und Kalb ein. Auch er erinnert sich: „Ich war aufgeregt, aber auch ruhig. Amalie ist eine erfahrene und liebevolle Mutter. Die Geburt ging schnell und reibungslos, sie hat alles richtig gemacht.“

Das Team des Zoo Osnabrück ist stolz auf den Nashorn-Nachwuchs und Zuchterfolg. / Foto: Lilli Würdemann
Besucherinnen und Besucher durften Namen vorschlagen
Philipp Bruelheide, Geschäftsführer des Zoo Osnabrück, verkündet am Donnerstagvormittag den Namen: Der kleine Nashornbulle heißt Liam. „Im Namenswettbewerb haben fast 1.000 Besucherinnen und Besucher Namen vorgeschlagen. Die einzige Vorgabe war dabei: Er soll mit ‚L‘ beginnen. Traditionsgemäß haben die Tierpfleger den Namen ausgewählt – Wir freuen uns, Liam im Zoo willkommen zu heißen!“, so Bruelheide.
Nashorn-Baby Liam ist neugierig auf den Besuch. / Foto: Lilli Würdemann
Tierpfleger und stellvertretender Revierleiter Nils Schröer erklärt: „Wir haben uns für den Namen entschieden, weil Liam Beschützer bedeutet und auch an die verstorbene Nashornkuh Lia erinnert.“ Unter den vorgeschlagenen Namen waren außerdem Leo, Ludwig und – besonders kreativ – Lashorn hoch im Rennen.
Liam entwickelt sich zu einem Wirbelwind wie Schwester Lisbeth
Nach 520 Tagen Tragzeit wurde Liam im Rahmen des erwarteten Zeitraums geboren und wog bei der Geburt knapp 60 Kilogramm. Tierarzt Scheibe konnte direkt feststellen: Liam ist fit und er hat in der ersten Woche auch schon ordentlich zugenommen. Pfleger Schröer berichtet: „Liam hatte erst Schwierigkeiten die Zitze zum Trinken zu finden. Zum Glück hat Amalie ihm sehr geduldig geholfen.“

Nashorn-Baby Liam hatte erst Schwierigkeiten beim Trinken – doch jetzt trinkt er sich beim Mutter Amalie groß und stark. / Foto: Hannah Meiners
Zunächst wirkte Liam ruhiger als Wirbelwind-Schwester Lisbeth in ihren ersten Tagen. Doch das scheint sich laut der Pfleger zu ändern. Ab dem Nachmittag, 16. April, sind Liam und Mutter Amalie im Stall für Besucherinnen und Besucher zu sehen. Wann der Nashorn-Nachwuchs auch im Außengehe zu sein wird, entscheidet sich im Verlauf der nächsten Tage. „Wenn alles gut läuft können wir Liam und seine Schwester Lisbeth bald miteinander vertraut machen. Nashorn-Vater Miguel muss sich noch etwas länger gedulden“, erklärt Veterinär Dr. Jannis Göttling.
Nashorn-Zucht ist Vorzeigeprojekt des Zoo Osnabrück
Breitmaulnashörner sind in freier Wildbahn stark bedroht durch Wilderei und den Verlust ihres Lebensraums. Die Geburt von Liam trägt daher zur Erhaltung der Rasse bei und ist ein großer Erfolg. „Der Artenschutz spielt im Zoo Osnabrück eine große Rolle. Wir sehen uns als eine Art moderne Arche Noah“, sagt Dr. Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück. Wie sich die Osnabrücker Zuchtgruppe langfristig entwickelt, wird eng im Austausch mit dem Zuchtprogramm abgestimmt. Zunächst gilt es die Nashorn-Familie in Osnabrück zusammenzuführen.
So kann man Pate von Liam werden
So wie für fast alle Tiere im Zoo Osnabrück ist es auch möglich eine Patenschaft für Liam auf der Website zu erwerben. Damit wird das Jungtier unterstützt und Patinnen und Paten erhalten eine Einladung zum 1. Geburtstag von Liam am 7. April 2027.
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