Unser wohl ältester Mitarbeiter meldet sich zurück! Unsere Leserinnen und Leser lieben ihn oder sie lehnen ihn und seine Ansichten oft auch vehement ab. Genau wie sein historisches Vorbild macht “unser Justus” aus seiner liberal-konservativen Weltanschauung keinen Hehl, und das schon seit inzwischen deutlich mehr als 100(!) Kolumnen, die bereits seit 2015 exklusiv bei der HASEPOST erscheinen.
Guten Abend,
es gab in dieser Woche eine ganze Reihe interessanter Neuigkeiten. Zum Beispiel fürchtet sich die Bürgermeisterkandidatin der Linken in Berlin, Elif Eralp, vor Sympathisanten in den eigenen Reihen. Und eine Gruppierung namens ‘Gen Z regelt’ ruft zu Straßenprotesten für so lobenswerte Dinge wie den Klimaschutz und bessere Bildungsbedingungen auf. Bundeskanzler Merz weilte derweil in Japan und konstatierte dort eine herzliche Verbindung zwischen dem Reich der aufgehenden Sonne und dem grauen Deutschland. Für helle Aufregung sorgte auch Audi-Chef Gernot Döllner. Er kündigte auf einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump im Bundesstaat Georgia an, dort ab 2030 SUV-Modelle in einer neuen Fabrik zu produzieren. Da war der Aufschrei in Deutschland besonders groß. Gewerkschaften und Politiker forderten umgehend Bestandsgarantien für die deutschen Werke und Arbeitsplätze. Dabei haben sie geflissentlich übersehen, daß gerade ihr Kreuzzug gegen den Verbrennermotor Audi und andere deutsche Automobilhersteller in eine mehr als mißliche Lage gebracht hat.
Flankiert von der EU subventioniert Deutschland seit Jahren einseitig das Elektroauto. Das kann man so machen. Leider wurde offensichtlich nicht bedacht, welche Bedeutung der Verbrennermotor für die deutsche Wirtschaft hat. Die hochwertige Produktion dieser Technologie war bislang das Herzstück unseres Wohlstands und sicherte zahlreiche Arbeitsplätze. Die drohen nun nach und nach zu verschwinden. Namhafte Zulieferbetriebe müssen Insolvenz anmelden, die Autobauer bauen immer weniger Autos und stattdessen Arbeitsplätze ab. Der Wirtschaftsstandort Deutschland scheint international nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein. Audi nennt als einen der Hauptgründe für seine Expansion in die USA Trumps Zollpolitik. Doch das ist zu kurz gegriffen.
Unter dem Schlagwort ‘Verkehrswende’ wird in vielen europäischen Staaten der Erwerb eines Automobils ständig unattraktiver gemacht. Das beginnt schon auf der lokalen Ebene. In Osnabrück macht die Verwaltung ab dem 18. November die zentrale Verkehrsachse Neumarkt dicht. Im Vorfeld sind durch bauliche Maßnahmen eine Reihe von Parkplätzen in der Innenstadt verschwunden. Dort stehen jetzt Fahrradbügel. Die ideologische Verkehrsvernichtungspolitik von Ex-Baudezernent Frank Otte wird nahtlos fortgesetzt. Die einstige Arbeitnehmerpartei SPD mischt bei diesem regen Treiben an vorderster Front mit. Und wundert sich anschließend über schlechte Wahlergebnisse. Natürlich kann man einen Kreuzzug gegen das Automobil führen. Man sollte ihn sich allerdings auch leisten können. Wenn der Staat sich dadurch einer seiner Haupteinnahmequellen, den Steuern aus der Automobilwirtschaft, beraubt, dann ist ein solches Verhalten mehr als bedenklich. Es ist schlichtweg dumm. Und führt geradezu in den Abgrund. Die Schließung des Neumarkts ist auch nur der Anfang dieser katastrophalen Entwicklung. Das Osnabrücker VW-Werk wird in Kürze folgen. Mal schauen, was danach kommt.
Herzlichst
Ihr Justus Möser
Hier gibt es alle bislang erschienenen Kolumnen von Justus Möser.
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Kommentare zu diesem Artikel:
- "Die hochwertige Produktion dieser Technik WAR ..." ... Da sprechen Sie ein großes Hilfsverb gelassen aus. Hätte man zwar schon vor 20 Jahren vermuten können, dsss es so kommt. Aber da die Chinesen frei von nostalgischem Blick zurück Fakten schufen, hat man nun das Desaster. Liberal- konservativer Blick hin odrr her. Konservieren lässt sich halt auch keine Technik über das Verfallsdatum hinaus, auch wenn sie zum nationalen Fetisch wurde.
- "Die hochwertige Produktion dieser Technik WAR ..." ... Da sprechen Sie ein großes Hilfsverb gelassen aus. Hätte man zwar schon vor 20 Jahren vermuten können, dsss es so kommt. Aber da die Chinesen frei von nostalgischem Blick zurück Fakten schufen, hat man nun das Desaster. Liberal- konservativer Blick hin odrr her. Konservieren lässt sich halt auch keine Technik über das Verfallsdatum hinaus, auch wenn sie zum nationalen Fetisch wurde.