Junge Menschen protestieren in über 30 Städten für Bildung, Klimaschutz und gegen Wehrpflicht.
In mehr als 30 deutschen Städten sind am Samstag Tausende junge Menschen unter dem Motto „Gen Z regelt“ auf die Straße gegangen. Die Demonstranten fordern bessere Bildung, sozialen Ausgleich, Klimaschutz und lehnen die geplante Wehrpflicht ab. In Erfurt versammelten sich laut Polizei rund 1900 Teilnehmer, wie die dpa berichtet. Auch in anderen Städten wie Dresden, Leipzig oder Bremen zogen Demonstranten friedlich durch die Innenstädte, wobei vereinzelt Pyrotechnik gezündet wurde.
Demonstrationen in Köln und Dresden eskalieren kurz
In Köln musste der Demonstrationszug aufgrund von Vermummungen und Pyrotechnik kurzfristig in eine Standkundgebung umgewandelt werden, wie die Welt unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur meldet. Die Polizei appelliere dort an die Zurückhaltung der Teilnehmenden, da die Teilnehmerzahl unter den angemeldeten 15.000 blieb. In Dresden versammelten sich nach Schätzungen von dpa-Reportern etwa 3000 Menschen, die mit Parolen wie „Bildung statt Bomben“ oder „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!“ ihre Forderungen unterstrichen. Die Stimmung blieb dort laut MDR-Angaben friedlich, obwohl auch hier Pyrotechnik zum Einsatz kam.
Leipziger Proteste bleiben friedlich trotz großer
In Leipzig zogen rund 6500 Demonstranten durch die Innenstadt, wie der MDR berichtet. Die Organisatoren hatten bundesweit zu solidarischen und friedlichen Protesten aufgerufen. Protestforscher Christian Volk von der Humboldt-Universität Berlin hält es für unwahrscheinlich, dass die Demonstrationen das Ausmaß der Ausschreitungen in Frankreich erreichen. Er betonte im Gespräch mit MDR AKTUELL, dass demokratischer Protest zwar unbequem sein dürfe, Gewalt gegen Personen jedoch nicht tolerierbar sei.
SPD fordert Bildungsgipfel für Demonstrantenforderungen
Die SPD im Bundestag zeigte sich unterdessen offen für die Anliegen der Demonstranten. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt forderte einen nationalen Bildungsgipfel, um die Forderungen nach bezahlbarer Bildung und sozialer Gerechtigkeit zu adressieren. In Hannover, Bremen und Göttingen gingen jeweils mehrere Hundert bis Tausend Menschen auf die Straße, ohne dass es zu größeren Zwischenfällen kam.