Der VfL Osnabrück hat beim VfL Wolfsburg eine 0:2-Niederlage kassiert. Dabei hielt der Aufsteiger am Samstagnachmittag lange ordentlich mit, machte dem Favoriten das Leben schwer und hätte durchaus einen Treffer erzielen können. Doch gegen Fabian Reese fanden die Lila-Weißen letztlich kein Mittel.
Im ersten Pflichtspiel der beiden niedersächsischen Vereine seit 1992 war es ausgerechnet ein Ballverlust im Osnabrücker Aufbau, der das Spiel auf die Seite der Gastgeber kippen ließ. Wolfsburg nutzte seine individuelle Klasse und ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen.
Osnabrück beginnt mutig und macht Wolfsburg das Leben schwer
Wer erwartet hatte, dass sich der VfL Osnabrück in der Volkswagen Arena von Beginn an hinten einigeln würde, sah sich zunächst getäuscht. Die Mannschaft von Trainer Timo Schultz trat selbstbewusst auf, störte die Wolfsburger früh und machte die Räume geschickt eng.
Zwar hatten die Gastgeber deutlich mehr Ballbesitz, doch die Osnabrücker Defensive stand zunächst sicher. Und wenn sich die Gelegenheit bot, versuchten die Lila-Weißen, mit schnellen Kombinationen nach vorne zu kommen.
Das Problem: Der entscheidende letzte Pass wollte zu selten gelingen. So blieb ein geblockter Schuss von Jonathan Gómez in der sechsten Minute zunächst einer der wenigen nennenswerten Osnabrücker Abschlüsse.
Ein Ballverlust und ein Traumtor verändern das Spiel
Nach einer knappen halben Stunde zeigte sich, weshalb Wolfsburg über erhebliche individuelle Qualität verfügt. In der 30. Minute verlor Adrian Beck den Ball an Fabian Reese, der nicht lange zögerte. Aus rund 19 Metern jagte der Wolfsburger die Kugel mit dem linken Fuß unhaltbar in den Winkel. VfL-Torhüter Jonas Krumrey konnte dem spektakulären Treffer nur hinterherschauen.
Der Rückstand war für Osnabrück besonders ärgerlich, weil die Mannschaft bis dahin vieles richtig gemacht hatte. Doch ein einziger Moment der Unachtsamkeit genügte, um die bis dahin überzeugende Defensivarbeit zunichtezumachen.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff bot sich die Möglichkeit zum Ausgleich. Nach einer Freistoßflanke landete der Ball über mehrere Stationen bei Niklas Wiemann. Der Osnabrücker Verteidiger kam aus kürzester Entfernung zum Kopfball, erwischte die Kugel jedoch nicht richtig. Wolfsburgs Torhüter Timon Wellenreuther konnte problemlos zugreifen.
Reese spielt erneut den Spielverderber
Wer auf eine Osnabrücker Aufholjagd nach der Pause gehofft hatte, wurde schnell enttäuscht. In der 50. Minute war es erneut Fabian Reese, der den entscheidenden Unterschied machte. Auf der linken Außenbahn ließ er Robin Fabinski mit einem Beinschuss stehen, drang nach vorne und legte den Ball präzise in die Mitte. Muhammed Damar schloss zum 2:0 ab.
Nur wenig später hätte Osnabrück antworten können. Jonathan Gómez tauchte nach einem langen Ball frei vor Wellenreuther auf. Der Wolfsburger Schlussmann verhinderte jedoch mit einer starken Parade den Anschlusstreffer.
Danach versuchten die Lila-Weißen weiterhin, ins Spiel zurückzufinden. Doch Wolfsburg ließ kaum noch etwas zu. Daniel-Kofi Kyereh scheiterte mit einem zu zentralen Abschluss, der eingewechselte Ismail Badjie verfehlte in der Schlussphase das Tor.
21:8 Torschüsse zeigen die Unterschiede
Dass die Niederlage am Ende verdient war, zeigt die Statistik. Wolfsburg kam auf 21 Torschüsse, Osnabrück lediglich auf acht. Während die Gastgeber mit Reese einen Spieler in ihren Reihen hatten, der das Geschehen bestimmte, fehlte den Gästen vor allem im letzten Drittel die nötige Durchschlagskraft.
Besonders in der Anfangsphase zeigte Osnabrück, dass die Mannschaft in der 2. Bundesliga gegen spielstarke Gegner mithalten kann. Was fehlte, waren die Präzision im Angriff und die Konsequenz in den entscheidenden Situationen.
Für Wolfsburg bedeutet der Erfolg zumindest vorübergehend den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz.
Nächster Gegner: Kaiserslautern kommt an die Bremer Brücke
Am kommenden Samstag (7. November) wartet auf den VfL Osnabrück bereits die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Dann ist der 1. FC Kaiserslautern um 13 Uhr an der Bremer Brücke zu Gast.