Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) hat Bundesbehörden um eine aktuelle Einschätzung zur russischen Atom-Kooperation in Lingen gebeten. Anlass sind die jüngsten Drohnenvorfälle am Leipziger Flughafen. Eine Genehmigung für die Brennstab-Produktion liegt bereits vor, doch die Produktion darf noch nicht starten.
Schnellstmögliche Rückmeldung angefragt
Meyer habe sich in einem Brief an Kanzleramt, Außen- und Innenministerium gewandt, um zu klären, ob weiterhin keine Sicherheitsbedenken gegen das Vorhaben bei Advanced Nuclear Fuels (ANF) in Lingen bestünden. Christian Meyer sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe): "Ich habe die Bundesbehörden nochmals gefragt, ob sich bei der Sicherheitsbewertung für das Vorhaben bei ANF durch die Drohnenvorfälle am Leipziger Flughafen aus Ihrer Sicht etwas geändert hat".
Der Minister bat um eine "schnellstmögliche" Antwort. Auch das Bundesumweltministerium habe den Brief erhalten. Christian Meyer sagte: "Eine Antwort der Bundesregierung liegt uns noch nicht vor".
Genehmigung vorliegend, Produktion noch nicht erlaubt
Eine Genehmigung für den Bau von Brennstäben sowjetischer Bauart in Kooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosatom wurde ANF bereits erteilt. Christian Meyer erklärte: "Noch dürfen sie aber nicht produzieren".
Um den Ausgang einer Klage des BUND gegen das Vorhaben nicht abwarten zu müssen, hat ANF beim Landesumweltministerium einen Antrag auf sofortigen Vollzug gestellt. Sollten die Bundesministerien weiterhin keine Sicherheitsbedenken haben, werde er diesen erteilen müssen, sagte Meyer.