Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt: 55 Prozent der Bundesbürger befürworten eine Sonderabgabe auf zuckerhaltige Getränke. 44 Prozent lehnen sie ab, ein Prozent ist unentschlossen. Die Bundesregierung plant eine zuckergehaltabhängige Abgabe, um den Konsum von Limonaden und Cola zu senken.
Umfrageergebnisse und politische Unterstützung
Laut der Erhebung im Auftrag des "Stern" und RTL sprechen sich 55 Prozent für die Einführung einer Zuckersteuer aus. 44 Prozent halten sie nicht für sinnvoll, ein Prozent antwortete mit "weiß nicht".
Besonders hoch ist die Zustimmung bei den Anhängern der Grünen mit 87 Prozent. Auch die Unterstützer der Regierungsparteien stehen mehrheitlich hinter der Entscheidung: 76 Prozent der CDU/CSU-Anhänger und 77 Prozent der SPD-Anhänger befürworten die Abgabe.
Pläne der Bundesregierung und Reaktionen
Die Bundesregierung will den Konsum von Limonaden und Cola durch eine Abgabe senken, da diese Getränke in Deutschland eine der Hauptursachen für Übergewicht und Adipositas seien. Die Höhe der Steuer soll sich nach dem Zuckergehalt richten. Branchenverbände schätzen die Staatseinnahmen inklusive Mehrwertsteuer auf bis zu vier Milliarden Euro.
Vor allem Ostdeutsche und AfD-Sympathisanten lehnen die Steuer ab. In der Regierung gab es zunächst Debatten, ob auch Fruchtsäfte, alkoholfreies Bier oder Milchgetränke besteuert werden sollten. Widerstand gegen die Besteuerung von Zero-Getränken führte dazu, dass Finanzminister Lars Klingbeil, SPD, die Pläne aus seinem Haus zurücknahm.