Eine aktuelle Mitgliederbefragung zeigt: Rund 90 Prozent der Medienpädagogen stufen die Medienbildung an deutschen Schulen als "sehr schlecht" ein. Die "Neue Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe) berichtet darüber. Hauptkritikpunkte sind fehlende verbindliche Strukturen und mangelnde Qualifikation.
Strukturen fehlen, Technik ist vorhanden
Laut den Befragten liegt das Problem nicht bei der technischen Ausstattung der Schulen. Stattdessen fehle es an verbindlichen Rahmenbedingungen.
Kritisiert werden unzureichende medienpädagogische Qualifikation und Fortbildung, die fehlende Verankerung von Medienbildung im Lehrplan sowie ein Mangel an qualifiziertem Personal. Ob Medienbildung an einer Schule stattfindet und gelingt, hänge bisher vom Engagement einzelner Lehrer und der Schulleitung ab.
Forderung nach verbindlichen Lösungen
Das Deutsche Kinderhilfswerk bezieht sich mit den Ergebnissen auf Forderungen einer Expertenkommission für besseren Jugendschutz im Auftrag der Bundesregierung.
Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, betont, dass Bund und Länder nicht nur politische Absichtserklärungen abgeben sollten. Vielmehr müssten sie die notwendigen Voraussetzungen schaffen, damit gute Medienbildung in der Schulpraxis gelingt. An jeder Schule müsse es mindestens eine medienpädagogisch qualifizierte Ansprechperson geben, an die sich Schüler mit belastenden medienbezogenen Fragen wenden können.