Der Vorsitzende des Verbands Lesben und Schwulen in der Union (LSU), Sönke Siegmann (CDU), fordert eine neue Debatte über altruistische Leihmutterschaft in der CDU. Zugleich äußert er sich kritisch zum Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender der Union und spricht sich für eine umfassende Diskussion über Abstammungsrecht und Co-Parenting aus.
Forderung nach Debatte über Leihmutterschaft
Der Vorsitzende des Verbands Lesben und Schwulen in der Union, Sönke Siegmann (CDU), hat eine neue Debatte über altruistische Leihmutterschaft in seiner Partei gefordert. „Wir müssen einen Weg finden, uns mit allen Lebensrealitäten zu beschäftigen“, sagte der CDU-Politiker und Osnabrücker Kreistagstagsabgeordnete der „taz“ (Donnerstagsausgabe).
Mit Blick auf konkrete Konstellationen gleich- oder verschiedengeschlechtlicher Paare warb Siegmann für mehr Offenheit. „Wenn ein Paar, egal ob gleichgeschlechtlich oder nicht, eine Freundin hat, die sagt: `Ich habe euch lieb, und ich freue mich, wenn ihr ein Kind bekommt. Ich würde es für euch austragen`, warum dann das nicht auch ermöglichen?“, sagte er der „taz“.
Einschätzung zum Rücktritt von Jens Spahn
Den Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender der Union bezeichnete Siegmann gegenüber der „taz“ als konsequent. „Er war politisch gegen Leihmutterschaften, hat sich privat aber anders entschieden“, so Siegmann. „Das kann ich menschlich verstehen, politisch ist es falsch.“
Homophobie sieht er in der Kritik an Spahn nicht als den ausschlaggebenden Faktor. Siegmann zeigte sich gegenüber der „taz“ überzeugt, dass wenn eine heterosexuelle Frau in einer Position wie Spahn so gehandelt hätte wie er, die Kritik ähnlich ausgefallen wäre. „Man kann nicht das eine sagen, sich selbst dann aber anders verhalten“, erklärte er.
Abstammungsrecht und Co-Parenting im Fokus
Neben der Leihmutterschaft forderte Siegmann außerdem eine neue Debatte um das Abstammungsrecht sowie um Co-Parenting. „Über alle Möglichkeiten kann und muss diskutiert werden können – unabhängig vom persönlichen Standpunkt“, sagte er der „taz“.
Der Verband Lesben und Schwulen in der Union (LSU) ist eine Sonderorganisation der CDU und versteht sich als Interessenvertretung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LSBTIQ+).