Angesichts der Ausbreitung des Ebola-Virus fordert der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine deutliche Erhöhung der deutschen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit. Einsparungen in diesem Bereich seien ein Risiko für die humanitäre Lage in betroffenen Ländern und für den Eigenschutz in Europa, warnte der SPD-Politiker. Hilfsorganisationen und die Weltgesundheitsorganisation WHO melden zugleich einen Anstieg der Verdachtsfälle in der Demokratischen Republik Kongo und befürchten eine schnellere Ausbreitung des Virus.
Lauterbach fordert Aufstockung des Entwicklungsetats
Karl Lauterbach fordert mit Blick auf die Ausbreitung des Ebola-Virus eine deutliche Aufstockung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. „Der Ebola-Ausbruch verdeutlicht, dass wir keinesfalls bei der Entwicklungszusammenarbeit sparen dürfen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe). Deutschland solle seinen Etat für das Entwicklungsministerium wie beim Thema Verteidigung konsequent aufstocken, nicht zusammenstreichen.
Es gehe um humanitäre Leistungen, aber vor allem auch um Eigenschutz, so Lauterbach weiter. Die gekürzten Mittel der USA trügen bereits dazu bei, dass Gesundheitssysteme in afrikanischen Ländern wie dem Kongo zerfallen. So könnten sich extrem gefährliche Viren wie Ebola rascher ausbreiten und bei anderen Zoonosen zu Pandemien mit wirtschaftlichen Folgen werden. Zugleich drohten durch erodierende Gesundheitssysteme Flüchtlingswellen aus afrikanischen Ländern Richtung Europa.
Die populistischen Forderungen von rechten Parteien nach Einschnitten bei der Entwicklungszusammenarbeit seien völlig falsch, warnte der SPD-Politiker. Solche Kürzungen könnten sich bitter rächen.
Anstieg der Ebola-Verdachtsfälle im Kongo
Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile über 900 Verdachtsfälle identifiziert worden. Darunter sind bisher 101 bestätigte Fälle. Hilfsorganisationen wie das International Rescue Committee fürchten, dass sich Ebola schneller ausbreiten könnte als sich die Krisenreaktion darauf entwickelt.
Informationsbesuch der Gesundheitsministerin
Nina Warken will sich an diesem Mittwoch über den aktuellen Gesundheitszustand des Ebola-Patienten sowie seiner Angehörigen aus den USA informieren, die vergangene Woche in der Berliner Charité aufgenommen wurden. Die Bundesgesundheitsministerin (CDU) plant dazu einen Besuch in der Klinik.
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