# Kölner Arena sagt Gaza-Benefizkonzert ab – Künstler suchen Ersatz Datum: 27.04.2026 16:59 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/koelner-arena-sagt-gaza-benefizkonzert-ab-kuenstler-suchen-ersatz-706951/ --- Die Veranstalter eines Benefizkonzerts für Menschen in Gaza und im Westjordanland nach dem Vorbild des Events „together 4 Palestine“ in der Wembley Arena in London suchen einen neuen Veranstaltungsort. Die Lanxess-Arena in Köln hat ihre Zusage für den geplanten Termin am 29. März 2026 zurückgezogen, wie die „taz“ (Dienstagausgabe) berichtet. Während die Arena von einer nie erfolgten Bestätigung spricht, sehen die Initiatoren Sicherheitsbedenken und mögliche politische Einflussnahme als Hintergrund der Absage. ## Lanxess-Arena zieht Zusage zurück Die Lanxess-Arena in Köln war als Austragungsort für ein Benefizkonzert zugunsten der Menschen in Gaza und im Westjordanland vorgesehen, doch laut „taz“ wurde die Zusage für den 29. März 2026 zurückgezogen. Die Veranstaltung orientiert sich am Benefizkonzert „together 4 Palestine“, das im September 2025 in der Wembley Arena in London stattgefunden hat. Maidline Aurie, Musikerin und Mitglied des vierköpfigen Organisationsteams, sagte der „taz“: „Wir können nur darüber spekulieren, was die Gründe für die Absage sind und ob da jemand interventiert hat“. Das Team habe monatelang an der Realisierung des Konzerts gearbeitet. Für das deutsche Pendant hatten sich nach Angaben der Veranstalter bereits Künstler wie Peter Fox, Nico Santos, die Band Bonaparte und das Frauentrio Monrose sowie Unterstützer wie Jan Delay, Emilia Roig und Kübra Gümüsay gefunden. Ein Pressesprecher der Lanxess-Arena erklärte auf Anfrage der „taz“, das Event sei „zu keinem Zeitpunkt bestätigt“ gewesen. Aus Nachrichten der Hallen-Betreiber an die Künstler geht laut „taz“ jedoch hervor, dass ein mögliches Sicherheitsrisiko und die Angst vor „begleitenden Demonstrationen“ als Gründe angeführt wurden, warum das Konzert für den ursprünglich anvisierten 29. März abgesagt wurde. Auf die Frage der „taz“, ob es möglich wäre, das Konzert zu einem anderen Zeitpunkt am gleichen Ort nachzuholen, antwortete das Unternehmen nicht. Man „bitte um Verständnis, dass wir nicht mehr zu internen Booking-Anfragen kommunizieren können“, schrieb ein Pressesprecher an die Zeitung. ### Schwierige Suche nach Ersatzort Auch die Suche nach einer Ersatzlocation gestaltet sich nach Angaben der Initiatoren schwierig. „Selbst die Orte, an die wir ausweichen wollten, haben dann plötzlich abgesagt“, sagte Aurie der „taz“. Aufgeben wollen die beteiligten Künstler ihr Projekt jedoch nicht. „Wir sind weiterhin fest entschlossen, dass diese Solidaritätsveranstaltung stattfindet“, sagte der Rapper Chima der Zeitung. „Wir wissen, dass dieses Line-Up normalerweise reicht, um eine große Halle oder Arena zu bekommen. Da würde normalerweise sofort jeder sagen, das machen wir.“ Chima äußerte gegenüber der „taz“ die Vermutung, dass das Thema in Deutschland auf Vorbehalte stoße. „Viele Künstler in Deutschland halten sich bei dem Thema zurück, aus Angst vor Antisemitismus-Vorwürfen“. Deshalb sei es schon nicht einfach gewesen, so viele Künstler zusammen zu bringen. „Niemand hat offen gesagt: ich traue mich nicht oder ich unterstütze das nicht“, so Chima. „Es hieß nur oft: Wir würden ja gerne, aber wir sind gerade auf Tour. Oder: Ich mache gerade Pause. Oder Urlaub. Es gab jede Menge Begründungen dafür, warum man gerade keine Zeit hat.“ Die „taz“ hat nach eigenen Angaben diverse Musiker angefragt, ob sie sich vorstellen könnten, bei einem solchen Benefizkonzert mitzuwirken, darunter Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen, Nina Hagen, Sebastian Krumbiegel von den Prinzen, die Antilopen Gang, Tocotronic und die Sterne. Bis Redaktionsschluss am Montag, dem 27. April 2026, habe keiner auf die Anfrage geantwortet, berichtet die Zeitung. ### Peter Fox: „Kein Palästina-Aktivist“ Pierre Bagoirry alias Peter Fox sagte der „taz“, er sei „kein Palästina-Aktivist, sondern ein politisch interessierter Bürger“, der von den Veranstaltern angesprochen worden sei. „Seit das Thema mitsamt den aufwühlenden Bildern aus dem Gazastreifen aus den Medien verschwunden ist, hat sich die Situation der Menschen vor Ort ja nicht wirklich verbessert.“ Deshalb habe er mit Teilen seiner Band Seeed beim Benefizkonzert in Köln auftreten wollen. „Kinder können immer noch nicht zur Schule gehen, eine funktionierende Infrastruktur gibt es in Gaza quasi nicht“, so der Künstler gegenüber der „taz“. „Inzwischen wird auch im Westjordanland die israelische Siedlungspolitik weiter aggressiv vorangetrieben, so dass schon ziemlich offensichtlich ist, dass die Palästinenser durch Israel mit allen Mitteln komplett verdrängt und vertrieben werden sollen“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück