Jürgen Klopp übernimmt die Nationalmannschaft, Red Bull lässt ihn ziehen.
Die Bundestrainer-Frage beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) steht kurz vor der Lösung. Jürgen Klopp wird neuer Trainer der deutschen Nationalmannschaft, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Laut „Bild“ und „Sky“ soll Klopp am kommenden Freitag einen Vertrag bis zur WM 2030 unterschreiben und auf einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt werden. Noch am Sonntag war er als TV-Experte beim WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien für MagentaTV im Einsatz. Bei MagentaTV bestätigte Klopp selbst, dass eine Einigung mit seinem bisherigen Arbeitgeber Red Bull gefunden wurde. „Ich habe eine Einigung mit RB gefunden, eine großzügige Regelung“, sagte er zur Bundestrainer-Frage, verwies aber noch auf anstehende Gespräche mit dem DFB: „Es ist nichts final, aber die Gespräche liefen und alles geht in die richtige Richtung.“
Klopp verlässt Red Bull ohne Abfindung
Der Red-Bull-Konzern lässt Klopp den Berichten zufolge ohne Entschädigungszahlung oder sonstige Forderungen aus seinem bis 2029 laufenden Vertrag als „Head of Global Soccer“ aussteigen. Zuvor war spekuliert worden, ob Klopp neben seiner DFB-Tätigkeit weiterhin als Markenbotschafter oder Berater für Red Bull arbeiten könnte – ein Szenario, das der DFB vermeiden wollte. Klopps Berater Marc Kosicke hatte Berichte über eine angebliche Einigung zwischen Red Bull und Klopp auf Anfrage der Nachrichtenagentur SID jedoch zunächst dementiert, wie die „Sportschau“ berichtet.
DFB schweigt zu Klopp-Verhandlungen
Der DFB selbst äußerte sich auf Anfragen zurückhaltend. „Der DFB kommentiert den aktuellen Verhandlungsstand mit Jürgen Klopp nicht. Eine finale Entscheidung treffen die zuständigen Gremien“, teilte der Verband der Deutschen Presse-Agentur mit. Klopp folgt auf Julian Nagelsmann, der nach dem frühen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay nicht als Bundestrainer weitermachen durfte.
Ex-Spieler Götze lobt Klopps Führungsstil
Unterdessen äußerte sich der ehemalige Nationalspieler Mario Götze in einem Interview mit „The Athletic“ positiv über Klopp. „Was er versteht, und was die meisten Trainer vielleicht nicht verstehen, ist, wie man mit Menschen umgeht. Spieler führen, Erwartungen managen, die Mannschaft als Ganzes formen – das hat er perfekt verstanden“, sagte Götze, der von 2010 bis 2013 unter Klopp bei Borussia Dortmund spielte. Auch der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann zeigte sich optimistisch: „Ich wünsche es mir sehr, weil er ein Typ ist, der so einen Neuanfang starten kann.“
