Zum Welthändehygienetag der World Health Organization (WHO) am 5. Mai machte Christiane Körbel-Peceny, Ärztin am Osnabrücker Klinikum, aufmerksam auf die Relevanz der Händereinigung und Desinfektion.
Handhygiene essentiell für Gesundheit
Man sieht sie nicht. Man spürt sie nicht. Und doch sind sie da – auf unserer Haut, zwischen den Fingern, unter unseren Nägeln. Hände sind wie ein unsichtbarer Flughafen: ständig landen und starten dort Mikroorganismen. Einige bleiben nur kurz und sind harmlos, andere bringen Probleme mit sich. Handhygiene wirke oft banal, sie entscheide aber täglich darüber, ob sich Krankheiten ausbreiten oder stoppen lassen, erklärt Christiane Körbel-Peceny. Die Ärztin des Osnabrücker Klinikums muss es wissen, sie ist zuständig für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Und insbesondere bei „sauberen Händen“ ist im vergangenen Jahr das Klinikum am Finkenhügel mit dem „Hand Hygiene Excellence Award“ ausgezeichnet worden. Doch wie wichtig ist gute Händehygiene und wie ist sie zu betreiben? „Man muss immer unterscheiden zwischen häuslichem Umfeld und dem Umfeld einer Klinik. Aber eine gute Händehygiene ist eine einfache, eine kostengünstige und eine effektive Maßnahme hinsichtlich Übertragung von Infektionskrankheiten.“ Körbel-Peceny schildert die im Klinikalltag für eine adäquate Händedesinfektion essentiellen Regeln. So dürfen nur trockene Hände mit Desinfektionsmittel eingerieben werden. Dabei ist eine ausreichende Menge zu nutzen, so dass die Hände satt benetzt sind. Handflächen sowie Nagelfalz und Fingernägel sind mit einzubeziehen und auch eine Einwirkzeit von 30 Sekunden sollte genau eingehalten werden. „Das ist zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter extrem wichtig“, betont die Ärztin.
Regelmäßiges Händewaschen im normalen Alltag oft ausreichend
Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass Händedesinfektion im normalen Alltag nicht zwingend notwendig ist. „Im Haushalt habe ich meinen Mann, meine Kinder und im Normalfall sind alle gesund und haben ein gut funktionierendes Immunsystem. Da reicht normales Händewaschen mit Seife und warmen Wasser und das Abtrocknen mit einem sauberen Handtuch völlig aus.“ Letztendlich gelte das, so die Osnabrücker Ärztin, was einem schon die Mütter immer gesagt hätten: die Hände direkt nach dem Nachhausekommen waschen, sowie vor dem Essen, nach dem Toilettengang oder vor der Zubereitung von Speisen. Das seien effektive Maßnahmen, um sich vor Krankheitserregern zu schützen. „Im normalen Alltag brauchen wir nicht alles steril zu haben. Bei Infektionserkrankungen wie Durchfallerkrankungen beispielsweise kann es aber schon hilfreich sein, zu desinfizieren.“ Bei richtiger Anwendung sei das Resultat eine frische desinfizierte Hand, die frei von Infektionserregern ist.
Klinikum Osnabrück mit „Hand Hygiene Excellence Award“ ausgezeichnet
Christiane Körbel-Pecenys Aufgabe am Klinikum besteht darin, die Krankenhaushygiene und Infektionsprävention im Klinikalltag stärker in den Fokus zu stellen. Diese Maßnahmen bleiben nicht ohne Wirkung. Auf den europäischen Award, den im vergangenen Jahr in der Europa-Runde neben dem Klinikum Osnabrück nur noch das Hospital de Manacor auf Mallorca erhalten hat, ist man am Finkenhügel stolz. Körbel-Peceny appelliert auch an Patienten und Besucher – auch sie können zur Hygiene im Krankenhaus beitragen. „Eine Händedesinfektion ist beim Betreten des Krankenhauses sowie vor und nach dem Kontakt mit einem erkrankten Angehörigen und dessen Umgebung angezeigt. Die dafür notwendigen Spender mit Desinfektionsmitteln sind an Eingängen, auf den Stationen und in den Patientenzimmern frei zugänglich.“ Unsere Hände erzählen eben eine Geschichte: nicht nur von allem, was wir angefasst haben, sondern auch von den unsichtbaren Gästen, die wir dabei mitgenommen hast. Viele dieser Gäste sind harmlos. Es gibt aber auch welche, die können krank machen. Und genau hier beginnt die wichtigste Schutzmaßnahme im Alltag: saubere Hände durch richtige Handhygiene.
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