Der Unternehmer und Milliardär starb mit 89 Jahren in der Schweiz.
Der Hamburger Unternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Wie die Tagesschau unter Berufung auf den Konzern Kühne+Nagel berichtet, verstarb er in der vergangenen Nacht in seinem Schweizer Wohnort Schindellegi. Laut Manager Magazin war sein Gesundheitszustand bereits seit seiner Rückkehr von Mallorca vor zehn Tagen verschlechtert, er habe ärztliche Behandlung erhalten. Die Familie bestätigte den Tod, wie der NDR mitteilt.
Hamburgs Retter der Reederei Hapag-Lloyd
Kühne blieb trotz seines Umzugs in die Schweiz seiner Geburtsstadt Hamburg eng verbunden. Als einer der wichtigsten Anteilseigner der Reederei Hapag-Lloyd rettete er das Unternehmen 2009 vor einer Übernahme durch ausländische Investoren und sicherte so den Standort Hamburg. Mit einem Eigenkapital von rund 360 Millionen Euro spielte er eine zentrale Rolle bei der Rettung der Traditionsreederei, wie die Tagesschau berichtet. Zudem engagierte er sich als Mäzen für Kultur und Wissenschaft: Er finanzierte Teile der Elbphilharmonie, gründete die Kühne Logistics University und plante den Bau einer neuen Oper in der Hafencity, die nach Fertigstellung der Stadt geschenkt werden soll. Der NDR nennt als möglichen Fertigstellungstermin das Jahr 2032.
Tschentscher würdigt Kühnes unternehmerische Stärke
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) würdigte Kühne als „großzügigen Stifter und engagierten Partner“. Er sei ein „ambitionierter Unternehmer, harter Verhandler und streitbarer Mensch“ gewesen, der dennoch immer zur Einigung bereit war, wie Tschentscher laut t-online.de und NDR betonte. Auch die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) hob sein Wirken als Mäzen in Kunst, Sport und Wissenschaft hervor. Der HSV, für den Kühne jahrzehntelang als Geldgeber und Anteilseigner aktiv war, bezeichnete ihn als „treuen Gesellschafter, Unterstützer und leidenschaftlichen Anhänger“. Der Verein hatte Kühne unter anderem für die Rückbenennung des Stadions in Volksparkstadion gedankt.
Kritik an Kühnes Umgang mit NS-Vergangenheit
Kühnes unternehmerisches Wirken war jedoch nicht unumstritten. Während er als Visionär und Pionier der globalen Logistik gefeiert wurde, gab es Kritik an seinem Umgang mit der NS-Vergangenheit von Kühne+Nagel. Das Unternehmen hatte im Zweiten Weltkrieg mit dem NS-Regime zusammengearbeitet und geraubte Güter transportiert. Anders als andere Unternehmer weigerte sich Kühne zeit seines Lebens, die Vergangenheit wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen, wie die Welt und die Tagesschau berichten.
Kühne+Nagel: Vom Logistikriesen zum Global Player
Der Konzern Kühne+Nagel, den er ab den 1960er-Jahren zu einem weltweit führenden Logistikdienstleister ausbaute, verfügt heute über mehr als 1.300 Standorte mit rund 88.000 Beschäftigten. Kühne selbst zog in den 1970er-Jahren in die Schweiz, wo er auch den Firmensitz verlegte. Neben seiner Tätigkeit bei Kühne+Nagel investierte er über die Kühne Holding in Unternehmen wie die Lufthansa und Flix.