Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) fordert einen stärkeren Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Hintergrund sind Ergebnisse des Verbraucherreports 2026 des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), die laut Ministerium auf breite Sorgen in der Bevölkerung hinweisen. Eine große Mehrheit der Befragten bewertet demnach den bisherigen Schutz junger Menschen in digitalen Angeboten durch die Politik kritisch.
Hubig dringt auf klare Regeln im digitalen Raum
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat sich anlässlich der Veröffentlichung des Verbraucherreports 2026 für mehr Jugendschutz im Internet ausgesprochen. „Wir müssen mehr tun, um Kinder und Jugendliche im digitalen Raum zu schützen. Das sieht auch eine große Mehrheit der Deutschen so“, erklärte Hubig am Donnerstag laut Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV).
Die Ministerin verwies auf bestehende Zweifel an der Wirksamkeit der aktuellen Vorschriften. „Die bestehenden Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bei der Nutzung von Sozialen Medien genauso wie bei Videospielen werden als nicht ausreichend angesehen. Wo es echte Gefahren gibt, braucht es klare Regeln“, so Hubig weiter nach Angaben des VZBV.
Vergleich mit Jugendschutz in Gaststätten und Kinos
Mit Blick auf etablierte Vorgaben in anderen Bereichen kritisierte die SPD-Politikerin Unterschiede beim Schutz junger Menschen. Für jede Gaststätte und für jedes Kino in Deutschland gebe es klare Vorgaben zum Jugendschutz, sagte Hubig. „Es wirft Fragen auf, wenn wir milliardenschwere Plattformen mit manipulativen Algorithmen laxer behandeln als Eckkneipen oder Ausflugslokale. Wir brauchen auch im digitalen Raum einen wirksamen Jugendschutz“, erklärte sie laut VZBV.
Die Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt werde zeitnah ihre Ergebnisse vorlegen, kündigte die Ministerin an. „Danach dürfen wir keine Zeit verlieren und müssen schnell ins Handeln kommen“, sagte Hubig nach Angaben des VZBV.
Verbraucherreport zeigt breite Unterstützung für strengere Regeln
Wie aus dem Verbraucherreport 2026 des Verbraucherzentrale Bundesverbands hervorgeht, gibt eine deutliche Mehrheit (79 Prozent) der Befragten an, dass die Politik Kinder und Jugendliche stärker schützen sollte, auch wenn das strengere Regeln für Unternehmen und Plattformen bedeutet. Laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands bewertet eine ganz überwiegende Mehrheit der Befragten (87 Prozent) den Schutz von Kindern und Jugendlichen insbesondere bei der Nutzung von Social Media und Online-Games durch die Politik als sehr oder eher schlecht.
Auch im Bereich Finanzen, etwa beim Schutz vor Überschuldung, sind gut acht von zehn Befragten (82 Prozent) der Ansicht, dass sich die Politik sehr oder eher schlecht um den Schutz junger Menschen kümmert. Im Ernährungsbereich sehen fast drei Viertel (74 Prozent) der Befragten Nachholbedarf beim Verbraucherschutz für junge Menschen, wie aus dem Verbraucherreport hervorgeht.
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