Die Bundeswehr baut in Litauen eine neue Panzerbrigade auf, die nach den Worten ihres Kommandeurs der glaubwürdigen Abschreckung Russlands dienen soll. Brigadegeneral Christoph Huber betont zugleich die Risiken des Projekts und verweist auf die Bereitschaft der Soldaten, im Ernstfall ihr Leben einzusetzen. Trotz eines teilweisen Rückzugs der USA aus Europa setzt er fest auf die Bündnissolidarität innerhalb der Nato.
"Gelebte Abschreckung" an der Nato-Ostflanke
Brigadegeneral Christoph Huber, Kommandeur der neuen Brigade in Litauen, ist überzeugt davon, dass die Nato Russland von einem Angriff abhalten kann, sieht aber auch die Risiken dieses bisher einmaligen Projekts der Bundeswehr. „Wir haben einen Eid geschworen: Recht und Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“, sagte Huber der „Süddeutschen Zeitung“ in Litauen. Das bedeute hier unter Umständen auch den Einsatz des eigenen Lebens. „Das ist in unserem Beruf so. Das schließt Tod und Verwundung mit ein.“ Es gehe in Litauen um gelebte Abschreckung: „Darum, kämpfen zu können, um nicht kämpfen zu müssen.“
Vertrauen in den Schutzschirm der USA und der Nato
Trotz des teilweisen Rückzugs der USA aus Europa setzt Huber an der Nato-Ostflanke und zur Absicherung der Bundeswehr-Brigade weiter auf den Schutz auch der USA dabei. „Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass die Amerikaner auch in einem hoffentlich nicht eintretenden kriegerischen Konflikt uns beistehen werden.“ Der Schutzschirm der Nato reiche an der Ostflanke von Finnland bis hinunter zum Schwarzen Meer nach Bulgarien. „Die Nato ist das erfolgreichste Verteidigungsbündnis der Menschheitsgeschichte. Und das wird nicht überrascht“, sagte Huber der „Süddeutschen Zeitung“.
Aufbau, Kosten und Personal der Brigade
Bis Ende 2027 soll die volle Stärke von rund 5.000 Soldaten erreicht sein und insgesamt 2.000 Militärfahrzeuge und Panzer nach Litauen verlegt werden, den Kern bilden Bataillone aus Augustdorf (NRW) und Oberviechtach (Bayern). Das Verteidigungsministerium sagte der SZ, die Kosten für die Aufstellung der Brigade beliefen sich auf vier bis sechs Milliarden Euro plus dann jährliche Betriebskosten von einer Milliarde Euro. Huber sagte der „Süddeutschen Zeitung“, er gehe davon aus, dass es bis auf einige Ausnahmen mit freiwilligen Meldungen für Dienstposten der Brigade klappen werde. „Wir werden sicherlich in Bereichen, in denen wir auch im Inland auf Nachwuchssuche sind, Herausforderungen haben. Etwa bei der Informationstechnik oder der Logistik.“ Aber die Soldaten hätten einen Eid geschworen. Es gelte, diesen zu erfüllen, wo es gebraucht werde. Klar ist: Am Ende stehe hier „eine einsatzbereite, kriegstüchtige Panzerbrigade 45 Litauen“. „Wir werden das schaffen.“
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