Die Zahl der Neuzugänge in die Erwerbsminderungsrente aufgrund psychischer Erkrankungen hat im Jahr 2025 einen Höchststand erreicht. Nach aktuellen Angaben des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken stieg insbesondere die Zahl der Fälle mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) deutlich an. Die Zahlen, über die die "Rheinische Post" berichtet, basieren auf Daten der Deutschen Rentenversicherung.
Rekordwert bei Rentenzugängen wegen psychischer Erkrankungen
Nach den Antworten des Bundesarbeitsministeriums auf die Kleine Anfrage der Linken gab es 2025 knapp 74.800 Neuzugänge in die Erwerbsminderungsrente aufgrund psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Dies ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Im Jahr 2024 wurden gut 72.000 Neueintritte verzeichnet, in den drei Jahren zuvor lag die Zahl jeweils unter 70.000. Die Angaben basieren auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Grundsätzlich erhält die Leistung, wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeitsfähig ist.
In knapp 3.200 Fällen erfolgte der Rentenzugang im vergangenen Jahr wegen einer PTBS. Dabei handelt es sich um einen deutlichen Anstieg: 2021 gingen knapp 2.500 Menschen aufgrund einer PTBS neu in Erwerbsminderungsrente, 2016 waren es noch weniger als 2.000.
Linke fordert Anerkennung von PTBS als Berufskrankheit
Anne Zerr (Linke), Bundestagsabgeordnete, sagte der „Rheinischen Post“, immer mehr Menschen würden durch eine PTBS arbeitsunfähig. Die Zahl der Neuzugänge in die Erwerbsminderungsrente aufgrund von PTBS sei seit 2016 um über 60 Prozent gestiegen. Sie geht davon aus, dass auch Belastungen im Arbeitskontext dabei eine Rolle spielen. „Nicht selten entstehe das Trauma genau dort, wo Menschen für uns alle den Laden am Laufen hielten: beim Rettungseinsatz, auf der Intensivstation, im Fahrerstand der Bahn“, betonte Zerr nach Angaben der „Rheinischen Post“.
Zerr sprach sich gegenüber der „Rheinischen Post“ daher dafür aus, PTBS in die Liste der Berufskrankheiten aufzunehmen. „Wer im Beruf traumatisiert werde, habe faktisch keinen Anspruch auf die besseren Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung, die allein arbeitgeberfinanziert sei“, sagte sie. Stattdessen müsse die paritätisch finanzierte Kranken- und Rentenversicherung einspringen. „Daher müssten arbeitsbedingte psychische Erkrankungen endlich auf die Liste der Berufskrankheiten“, forderte Zerr in der „Rheinischen Post“.
