Bis zum Beginn der Sommerferien vor knapp vier Wochen haben hier noch Schülerinnen und Schüler ihre Pausen verbracht, in direkter Nachbarschaft wurde am Dienstagabend noch Fußball gespielt. Heute wird die „Bombe“, die seit mehr als 80 Jahren im Boden der Eversburg steckte, endlich unschädlich gemacht.
Ob es tatsächlich eine „Bombe“ ist oder lediglich eine Granate, ein Schrapnell oder ein anderes Kampfmittel, wird sich allerdings erst zeigen, wenn nach 8 Uhr die Freilegung beginnt. Bis dahin müssen die Anwohner das Evakuierungsgebiet verlassen haben. Sicher scheint lediglich: Um ein besonders großes Kampfmittel dürfte es sich nicht handeln, denn der Evakuierungsradius fällt vergleichsweise klein aus.
Das Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Dienstag bei Sondierungsarbeiten auf dem Sportplatz der Integrierten Gesamtschule Eversburg (IGS) entdeckt. Weil sich die Weltkriegsmunition nicht sicher transportieren lässt, muss sie direkt an ihrem Fundort entschärft werden.
Hier liegt das Kampfmittel im Boden neben der IGS Osnabrück Eversburg / Foto: Pohlmann
350 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen
Für die Entschärfung richtete die Stadt Osnabrück am Mittwochmorgen einen Evakuierungsbereich ein. Rund 350 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen, Straßen wurden gesperrt und das Gebiet weiträumig abgesichert. Die Stadt appellierte an die Betroffenen, den Räumungsbereich möglichst zügig zu verlassen, damit die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ihre Arbeit aufnehmen können. Als Anlaufstelle wurde das Jugendzentrum Westwerk eingerichtet.
Kampfmittel lag jahrzehntelang unter dem Sportplatz
Dass der Fund ausgerechnet auf einem Schulgelände gemacht wurde, verdeutlicht einmal mehr, wie präsent die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs in Osnabrück bis heute sind. Jahrzehntelang lag das Kampfmittel unentdeckt unter dem Sportplatz der IGS Eversburg – an einem Ort, an dem täglich Schülerinnen und Schüler Sport treiben und ihre Pausen verbringen. Erst im Rahmen der vorgeschriebenen Kampfmittelsondierungen wurde die Anomalie entdeckt. Weil von dem Sprengkörper weiterhin eine erhebliche Gefahr ausgeht, entschieden die Experten, ihn noch heute direkt vor Ort zu entschärfen.
Der Kampfmittelräumdienst hat seinen eigenen Bagger mit nach Osnabrück Eversburg gebracht / Foto: Pohlmann
Osnabrück bleibt eine Stadt der Blindgänger
Auch wenn die große Serie von Bombenräumungen im Lokviertel inzwischen abgeschlossen ist, werden in Osnabrück weiterhin regelmäßig Blindgänger und andere Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Grund dafür sind systematische Sondierungen vor Bauarbeiten und auf Verdachtsflächen, bei denen immer wieder gefährliche Hinterlassenschaften des Krieges gefunden werden.
Nach Angaben der Stadt wurden auf diese Weise in den vergangenen Jahren bereits mehr als 200 Blindgänger entschärft. Wann die Sperrungen aufgehoben werden können, hängt davon ab, wie schnell der Kampfmittelbeseitigungsdienst seine Arbeit abschließen kann. Erst wenn der Sprengkörper unschädlich gemacht und das Gebiet freigegeben wurde, dürfen die Anwohner in ihre Wohnungen zurückkehren.
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