Carlos Cordeiro verlässt FIFA aus Protest gegen Infantinos Pläne zum Verkauf von WM-Rechten.
FIFA-Präsident Gianni Infantino sieht sich im Streit um seine Investorenpläne mit wachsendem Widerstand konfrontiert. Jetzt hat auch ein enger Vertrauter aus seinem Umfeld die Konsequenzen gezogen: Carlos Cordeiro, hochrangiger Berater des Fußball-Weltverbandes, trat aus Protest gegen die Pläne zurück, wie n-tv und der Spiegel übereinstimmend berichten. Cordeiro, ehemaliger Präsident des US-Fußballverbands und Investmentbanker bei Goldman Sachs, begründete seinen Schritt in einer Mitteilung mit klaren Worten. Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten und lebenslanger Fußballfan könne er nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung ziehe, schrieb er. Er betonte, an dem Vorschlag nicht beteiligt gewesen zu sein und ihn entschieden abzulehnen, da er ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, den Fußball und die langfristige Zukunft des Sports darstelle.
FIFA-Pläne scheitern an globaler Ablehnung
Infantino hatte zuvor Pläne präsentiert, nach denen ein Teil der kommerziellen Rechte an Weltmeisterschaften verkauft werden soll, um eine Milliardensumme einzuspielen. Doch die Kritik daran wächst: Neben Cordeiro haben sich bereits die Kontinentalverbände UEFA, CONCACAF und AFC gegen die Pläne gestellt, wie n-tv und das Handelsblatt berichten. Laut Handelsblatt lehnen insgesamt 136 der 211 FIFA-Nationen den Investorendeal ab, was eine Mehrheit für Infantino unmöglich macht. Um die Pläne umzusetzen, benötigt er 106 der 211 Stimmen.
FIFA-Berater mit umstrittenem Netzwerk
Cordeiro war seit 2021 als Senior Advisor für globale Strategie und Governance bei der FIFA tätig und stieg später zum Senior Advisor von Infantino auf. Zudem war er von US-Präsident Donald Trump als Berater der Taskforce des Weißen Hauses für die WM 2026 berufen worden, wie n-tv berichtet. Der Spiegel ergänzt, dass Cordeiro in den vergangenen Wochen mehrfach zu Arbeitsbesuchen im Weißen Haus war.
FIFA droht Boykott nach Ultimatum-Flopp
Die FIFA hatte laut Handelsblatt eine Frist für die Zustimmung zum Investorendeal bis zum 19. September gesetzt und im Gegenzug eine Sonderzahlung versprochen. Doch nach der Ablehnung weiterer Kontinentalverbände scheint Infantino für seine Pläne keine Mehrheit mehr zu bekommen. Die UEFA hatte sogar einen Boykott aller FIFA-Wettbewerbe angedroht, falls der Verband die Pläne weiterverfolge, wie der Spiegel berichtet.