Der frühere deutsche Verhandlungsführer beim Atom-Abkommen mit dem Iran, Hans-Dieter Lucas, hat das Vorgehen der USA bei den aktuellen Friedensgesprächen kritisiert. In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ warnte er vor mangelnder nuklearer Expertise auf amerikanischer Seite und möglichen Nachteilen gegenüber der iranischen Delegation.
Kritik an US-Vorgehen bei Friedensgesprächen
Hans-Dieter Lucas
„Auf der amerikanischen Seite scheint es einiges Hin und Her zu geben. Hinzu kommt, dass Expertise in Nuklearfragen unumgänglich ist“, sagte der ehemalige Diplomat „der Zeit“. Vor zehn Jahren hätten der US-Delegation hoch qualifizierte Nuklearexperten angehört. Jetzt verhandelten JD Vance, Steve Witkoff und Jared Kushner offenbar ohne große Begleitung.
Warnung vor Nachteilen für US-Seite
Er befürchte deshalb, die Amerikaner könnten über den Tisch gezogen werden, sagte der frühere Botschafter „der Zeit“: „Man kann nur hoffen, dass am Ende Experten auf die Vorschläge schauen. Auf der iranischen Seite sitzen jedenfalls Leute, die das Dossier bestens kennen. Der heutige iranische Außenminister Araghtschi war damals einer der Chefunterhändler.“ Über die iranische Seite sagte Lucas weiter: „Ich zähle die Iraner zu den härtesten Verhandlern überhaupt. Hochintelligent, sehr geschickt […], mit hoher Expertise. Da muss man sich sehr warm anziehen.“
Hintergrund zum Atom-Abkommen
Hans-Dieter Lucas
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