Neue EU-Mittel für Flugabwehr und Munition zum Unabhängigkeitstag
Zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine hat die Europäische Union weitere Rüstungshilfen in Höhe von 6,1 Milliarden Euro bewilligt. Die Mittel sollen für Flugabwehrsysteme, Raketen, Munition und Radargeräte verwendet werden, wie die EU-Kommission mitteilte. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, die Unterstützung erfolge vor dem Hintergrund intensivierter russischer Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen. Allein im Juli seien 376 Raketenangriffe registriert worden, wie die Tagesschau berichtet. Die Finanzhilfen sind Teil eines neuen Unterstützungsdarlehens von bis zu 90 Milliarden Euro, von dem 60 Milliarden für Militärhilfe vorgesehen sind. Zuvor waren bereits Beschaffungspläne im Umfang von rund 16 Milliarden Euro genehmigt worden, von denen etwas mehr als acht Milliarden Euro ausgezahlt wurden, so die Tagesschau weiter. Der Großteil der Beschaffungen soll bei Rüstungsunternehmen aus der EU erfolgen.
Britischer Premier sichert Ukraine Geheimdaten zu
Anlässlich des Nationalfeiertags reisten mehrere internationale Gäste nach Kyjiw, darunter der neue britische Premierminister Andy Burnham. Er sicherte der Ukraine weitere Unterstützung zu und kündigte an, Großbritannien werde dem Rüstungsunternehmen MBDA erlauben, geheim eingestufte Informationen an die Ukraine weiterzugeben, um die Produktion von Marschflugkörpern vom Typ Scalp zu ermöglichen, wie die Zeit unter Berufung auf Reuters berichtet. Burnham betonte, Großbritannien stehe trotz „unerhörter Drohungen“ aus Russland weiterhin an der Seite der Ukraine.
Merz lobt ukrainischen Widerstandsgeist
Bundeskanzler Friedrich Merz sicherte der Ukraine in einem auf X veröffentlichten Video ebenfalls weitere Unterstützung zu. Er würdigte den „beeindruckenden Mut“ der Ukrainerinnen und Ukrainer, die seit Jahren ihre Unabhängigkeit gegen den russischen Angriffskrieg verteidigten. Merz betonte, Deutschland stehe „fest an der Seite der Ukraine“.
Ermittler suchen nach der Ursache
Ukrainische Truppen haben nach eigenen Angaben in der Nacht eine russische Militärfabrik in der Region Rostow angegriffen und dabei einen Brand verursacht. Wie der ukrainische Generalstab mitteilte, handelt es sich um das Kamenski-Werk in Kamensk-Schachtinski, in dem Raketentreibstoff, Munition und Raketensysteme hergestellt werden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, wie die Zeit berichtet.
Selenskyj fordert Russlands Niederlage durch Westen
Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzte den Unabhängigkeitstag für eine Kampfansage an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Russland müsse durch die Einheit der internationalen Gemeinschaft in die Knie gezwungen werden, sagte Selenskyj in einem Video. Er betonte, die Ukraine werde ihren Widerstand fortsetzen und das Militär weiter stärken. Für den Verteidigungsetat hatte er am Wochenende 30 Milliarden Euro von der EU gefordert.