Der Dax notierte am Dienstagmittag bei rund 25.385 Punkten und lag damit 0,2 Prozent unter dem Vortag. Das ZEW meldete unterdessen einen leichten Anstieg der Konjunkturerwartungen, während Ölpreis und Euro gegenläufige Entwicklungen zeigten.
Dax und Devisen: leichte Verluste, Ölpreis steigt
Gegen 12:30 Uhr wurde der Dax mit rund 25.385 Punkten berechnet. An der Spitze der Kursliste standen Rheinmetall, MTU und FMC, während Deutsche Bank, Brenntag und BASF am Ende rangierten.
Die europäische Gemeinschaftswährung gab leicht nach: Ein Euro kostete 1,1538 US-Dollar, ein Dollar entsprechend 0,8667 Euro. Der Ölpreis der Nordsee-Sorte Brent stieg unterdessen auf 107,50 US-Dollar pro Fass, ein Plus von 1,7 Prozent.
ZEW: Konjunkturerwartungen stabil, aber mit Einschränkungen
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verzeichnete einen leichten Anstieg der mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sagte: „Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft bleiben nach Ansicht der vom ZEW befragten Finanzmarktanalysten stabil“.
Gitzel betonte jedoch: "Da viele vom ZEW befragten Analysten ihr Votum vor dem jüngsten deutlichen Energiepreisanstieg abgegeben haben dürften, sind darüber hinaus die höheren Öl- und Gasnotierungen nicht vollständig in der aktuellen Umfrage reflektiert." Zudem werde "Das Wachstum im dritten Quartal wird nicht an die Vorgaben der beiden Vorquartale anknüpfen".
Rückenwind trotz Belastungen
Trotz der Belastungen durch höhere Energiepreise und Lieferkettenprobleme durch niedrige Wasserstände sieht Gitzel grundsätzlichen Rückenwind für die deutsche Wirtschaft. "Eine steigende Auslandsnachfrage nach deutschen Produkten stärkt die Industrieproduktion. Die Bestellungen aus dem Ausland lagen im zweiten Quartal deutlich über den ersten drei Monaten des Jahres. Darüber hinaus werden sich höhere Verteidigungsausgaben und steigende Infrastrukturausgaben der Bundesregierung im zweiten Halbjahr positiv niederschlagen." So seien etwa die Bestellungen der öffentlichen Hand im Bauhauptgewerbe zuletzt merklich gestiegen.
Gitzel resümierte: "Trotz aller aktueller Widrigkeiten wird der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr ein Wachstum von rund einem Prozent gelingen."
