Brüssel will Zugang zu Plattformen für Unter-13-Jährige verbieten – ab 15 eigene Konten.
Die EU-Kommission will den Zugang zu sozialen Netzwerken für Kinder und Jugendliche stärker reglementieren. Wie die Zeit berichtet, plant Brüssel ein Verbot für Nutzer unter 13 Jahren, während Jugendliche ab 15 Jahren eigene Konten einrichten dürfen sollen. Für die Altersgruppe zwischen 13 und 14 Jahren sind laut dem Vorschlag nur eingeschränkte „Einsteigerkonten“ mit begrenzten Funktionen und strengen Zeitvorgaben vorgesehen, die von Eltern oder Lehrern verwaltet werden. Die genauen Details soll EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch im Europaparlament vorstellen, wie der Nordkurier schreibt.
EU plant Mindestalter 15 für riskante Plattformen
Abweichend davon nennt das Branchenportal turi2.de geleakte Eckpunkte des geplanten „EU Kids Act“, wonach ein Mindestalter von 15 Jahren für eigene Accounts bei als „riskant“ eingestuften Plattformen gelten soll. Als riskant gelten demnach Dienste mit suchtfördernden Algorithmen oder personalisierten Empfehlungen. Ab 13 Jahren könnten Eltern dann „Einführungsaccounts“ mit eingeschränkten Funktionen für ihre Kinder erstellen.
Alterschecks für Social Media unter Druck
Bisher sehen die meisten Plattformen wie Instagram oder Snapchat bereits ein Mindestalter von 13 Jahren vor, doch die Einhaltung wird kaum kontrolliert. Die EU-Kommission will die Anbieter nun in die Pflicht nehmen, das Alter der Nutzer zu überprüfen. Diskutiert werden technische Lösungen wie die EU-App zur Altersverifikation oder der digitale Personalausweis im E-Wallet, der ab 2027 in Deutschland verfügbar sein soll. Datenschützer warnen jedoch vor Sicherheitslücken, wie die Zeit unter Berufung auf Experten berichtet.
Verbraucherschützer lehnen generelles Verbot ab
Kritik kommt auch von Verbraucherschützern: Ein generelles Verbot sei „schädlich und unverhältnismäßig“, zitiert die Zeit Simeon de Brouwer von der Organisation für digitale Verbraucherrechte. Zudem gebe es Bedenken, dass Jugendliche ein Recht auf Teilhabe im Internet hätten.
EU-Kids Act braucht noch Jahre bis zur Umsetzung
Die Umsetzung der Pläne könnte noch Monate oder Jahre dauern. Zunächst muss die Kommission einen offiziellen Gesetzesvorschlag vorlegen, über den dann das EU-Parlament und der Rat der Mitgliedsländer verhandeln. Frankreich hat bereits ein nationales Verbot für Unter-15-Jährige beschlossen, doch die EU-Kommission hatte den ersten Entwurf als nicht EU-rechtskonform beanstandet.
In Deutschland setzt Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) auf eine Übergangsregelung. Sie kündigte ein „Sofortprogramm“ zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet bis Jahresende an, wie der Nordkurier schreibt. Prien betonte, dass eine europäische Lösung notwendig sei, da nationale Regelungen allein nicht ausreichten.