Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland sind im Juni 2026 im Jahresvergleich um 1,8 Prozent gestiegen, gegenüber dem Vormonat jedoch um 0,3 Prozent gefallen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte, sorgten vor allem höhere Preise für Vorleistungsgüter für den Anstieg gegenüber dem Vorjahr, während Energiepreise nur leicht zulegten. Verbrauchsgüter verbilligten sich im Jahresvergleich, insbesondere bei Nahrungsmitteln gab es zum Teil deutliche Preisrückgänge.
Moderater Anstieg im Jahresvergleich, Rückgang zum Vormonat
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Juni 2026 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber Mai 2026 sanken die Preise um 0,3 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Jahresvergleich um 2,4 Prozent und lagen damit 0,2 Prozent über dem Wert vom Mai 2026.
Der Anstieg im Vergleich zu Juni 2025 ist vor allem auf gestiegene Preise von Vorleistungsgütern zurückzuführen, die um 5,1 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Die Preise für Energie erhöhten sich im selben Zeitraum lediglich um 0,4 Prozent.
Energiepreise zwischen Kriegsfolgen und Entspannungstendenzen
Energie war im Juni 2026 insgesamt um 0,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, gegenüber Mai 2026 sanken die Energiepreise jedoch um 1,8 Prozent. Durch die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse gegenüber Juni 2025 um 23,7 Prozent, allerdings sanken die Preise gegenüber Mai 2026 um 7,4 Prozent. Rohbenzin (Naphtha) kostete 38,1 Prozent mehr als im Juni 2025, während die Preise für leichtes Heizöl um 23,6 Prozent und für Kraftstoffe um 12,0 Prozent stiegen.
Demgegenüber gab es bei Erdgas und elektrischem Strom, auch bedingt durch das immer noch hohe Preisniveau seit Beginn des Kriegs in der Ukraine, im Juni 2026 sogar Preissenkungen gegenüber dem Vorjahresmonat. Erdgas in der Verteilung kostete über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet 1,8 Prozent weniger. Die Preise für Strom fielen gegenüber Juni 2025 um 4,2 Prozent, Fernwärme war 0,5 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat.
Deutliche Aufschläge bei Vorleistungsgütern, Rückgänge bei Verbrauchsgütern
Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Juni 2026 um 5,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat und legten gegenüber Mai 2026 um 0,7 Prozent zu. Für den Preisanstieg gegenüber Juni 2025 sorgten vor allem die höheren Preise von Metallen, die um 11,8 Prozent zulegten. Insbesondere die Preise für Edelmetalle stiegen mit plus 44,0 Prozent deutlich. Für Kupfer und Halbzeug daraus musste 26,0 Prozent mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren im Juni 2026 teurer als im Vorjahresmonat, hier betrug der Anstieg 3,4 Prozent; darunter kostete Betonstahl 6,2 Prozent mehr.
Die Preise für chemische Grundstoffe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,9 Prozent, Düngemittel waren 17,0 Prozent teurer als vor einem Jahr. Holz sowie Holz- und Korkwaren verteuerten sich um 6,5 Prozent, darunter Nadelschnittholz mit plus 9,2 Prozent und Laubschnittholz mit plus 2,6 Prozent. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten, deren Preise im Jahresvergleich um 28,5 Prozent anzogen, während sie gegenüber Mai 2026 um 2,6 Prozent nachgaben.
Die Preise für Glas und Glaswaren stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,2 Prozent. Veredeltes und bearbeitetes Flachglas war 4,7 Prozent teurer, wohingegen die Preise für Hohlglas um 0,5 Prozent gegenüber Juni 2025 sanken. Preisrückgänge gegenüber Juni 2025 gab es ebenfalls bei Papier, Pappe und Waren daraus, sie kosteten 1,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Futtermittel für Nutztiere wurden um 2,9 Prozent günstiger, Getreidemehl verbilligte sich um 4,4 Prozent.
Die Preise für Investitionsgüter lagen im Juni 2026 um 2,1 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats und stiegen gegenüber Mai 2026 um 0,2 Prozent. Maschinen kosteten 1,9 Prozent mehr als im Juni 2025, die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile erhöhten sich um 1,4 Prozent. Gebrauchsgüter waren im Juni 2026 um 1,8 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, blieben gegenüber Mai 2026 jedoch unverändert.
Die in Deutschland produzierten und verkauften Verbrauchsgüter kosteten dagegen 2,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und 0,2 Prozent weniger als im Mai 2026. Unter den Verbrauchsgütern fielen die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 4,5 Prozent. Deutlich billiger als im Juni 2025 waren Butter mit einem Preisrückgang von 42,0 Prozent und Schweinefleisch mit minus 21,8 Prozent. Teurer als im Vorjahresmonat waren hingegen pflanzliche Öle, deren Preise um 8,5 Prozent stiegen, sowie Back- und Teigwaren mit einem Plus von 2,6 Prozent.
