Die Finanzverwaltungen in Deutschland haben 2025 Erbschaft- und Schenkungsteuer in Höhe von 21,4 Milliarden Euro festgesetzt. Das sind 60,8 Prozent mehr als im Vorjahr und ein neuer Höchstwert. Besonders stark stieg die Steuer bei großen Vermögensübertragungen von mindestens 20 Millionen Euro.
Rekordwerte bei Erbschaft- und Schenkungsteuer
Die festgesetzte Erbschaftsteuer kletterte auf 13,3 Milliarden Euro (+57,1 Prozent), die Schenkungsteuer auf 8,1 Milliarden Euro (+67,3 Prozent). Beide Werte erreichten 2025 neue Spitzenwerte. Der bisherige Höchststand der Erbschaftsteuer lag 2021 bei 9,0 Milliarden Euro. Nach Rückgängen 2022 und 2023 stieg die Steuer auf Erbschaften 2024 wieder, 2025 setzte sich dieser Trend deutlich fort.
Die Schenkungsteuer nimmt seit 2019 durchgängig zu und hat sich allein seit 2023 fast verdoppelt. Insgesamt wurde Vermögen im Wert von 141,1 Milliarden Euro übertragen (+23,1 Prozent). Das steuerlich berücksichtigte Vermögen stieg nach Abzug von Nachlassverbindlichkeiten auf 150,5 Milliarden Euro (+32,9 Prozent).
Vermögensarten im Detail
Besonders stark stiegen die Veranlagungen bei Betriebsvermögen (+19,0 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro) und Anteilen an Kapitalgesellschaften (+128,9 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro). Auch Grundvermögen (+11,2 Prozent auf 51,6 Milliarden Euro) und übriges Vermögen wie Bankguthaben oder Wertpapiere (+19,7 Prozent auf 45,3 Milliarden Euro) legten zu. Großerwerbe (ab 26 Millionen Euro) stiegen um 14,1 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro.
Durch Erbschaften und Vermächtnisse wurde Vermögen in Höhe von 77,9 Milliarden Euro übertragen (+18,1 Prozent). Hier stiegen Anteile an Kapitalgesellschaften um 71,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, Grundvermögen um 20,3 Prozent auf 33,0 Milliarden Euro, restliches übriges Vermögen um 17,1 Prozent auf 36,6 Milliarden Euro und land- und forstwirtschaftliches Vermögen um 11,7 Prozent auf 0,6 Milliarden Euro. Dagegen sank das geerbte Betriebsvermögen um 8,8 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, Großerwerbe halbierten sich auf 0,5 Milliarden Euro (-58,9 Prozent).
Schenkungen mit starkem Anstieg
Vermögensübertragungen durch Schenkungen stiegen um 28,7 Prozent auf 63,2 Milliarden Euro und übertrafen nach einem Rückgang 2024 wieder das Niveau von 2023. Besonders stark zulegten Anteile an Kapitalgesellschaften (+148,4 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro) und geschenktes Betriebsvermögen (+27,0 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro). Großerwerbe stiegen hier um 26,3 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro.
Geschenktes übriges Vermögen stieg um 32,3 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, land- und forstwirtschaftliches Vermögen um 18,0 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Nur das geschenkte Grundvermögen sank leicht um 2,1 Prozent auf 18,6 Milliarden Euro.