Deutsche Sicherheitsbehörden sehen nach dem Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle direkte Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU. Geheime Ermittlungsunterlagen, über die die "Welt am Sonntag" berichtet, benennen einen mutmaßlichen GRU-Mitarbeiter als Logistiker der Operation. Die Erkenntnisse sollen Grundlage für eine offizielle Verantwortungszuschreibung an Russland sein.
Verdächtige und Logistik der Tat
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen handele es sich bei den Verdächtigen um den Russen L. und den Weißrussen K. L. soll die Vorbereitung und Logistik organisiert haben und wird von Sicherheitsbehörden dem GRU zugerechnet. Russland weist jede Beteiligung zurück.
L. soll über die Türkei nach Deutschland eingereist sein. Laut "Welt am Sonntag" war den Ermittlern bereits bei der Einreise bekannt, dass er dem Umfeld des GRU zugerechnet wird. Dennoch sei er nicht observiert worden. Inzwischen soll er sich wieder in Russland aufhalten.
Ablauf und technische Spuren
Am Abend des 4. August 2026 war auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne nahe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine entdeckt und entschärft worden. Die Spur zu den Verdächtigen führte unter anderem über DNA-Spuren an einer Antennenkonstruktion zur Steuerung der Drohne.
Der in Leipzig eingesetzte Sprengstoff soll möglicherweise über Bulgarien und Serbien nach Deutschland gelangt sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass er in Hohlräumen von Lastwagen transportiert und anschließend in Erddepots versteckt wurde.