Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas sieht die Vorbereitungen für die Stationierung einer deutschen Brigade mit knapp 5.000 Soldaten in seinem Land schneller vorankommen als geplant. Die Infrastruktur für das Projekt sei so weit, dass einzelne Schritte vorgezogen werden könnten, was er als Meilenstein für die Beziehungen beider Länder bezeichnete.
Brigade-Aufbau liegt vor dem Zeitplan
Robertas Kaunas erklärte, die Vorbereitungen zur Stationierung der deutschen Brigade in Litauen lägen über dem Zeitplan. „Beim Aufbau der deutschen Brigade läuft alles nach Plan. Mit Blick auf die erste Aufbauphase liegen wir sogar zehn Monate vor dem Plan. Das heißt, dass wir sehr weit beim Aufbau der Infrastruktur sind und früher mit der zweiten Phase beginnen können. Das Projekt ist ein Meilenstein für die deutsch-litauischen Beziehungen“, sagte Kaunas der „Welt“ unmittelbar vor dem Besuch von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Litauen.
Nach den Angaben des litauischen Verteidigungsministers handelt es sich um eine Brigade von knapp 5.000 deutschen Soldaten. Die Vorbereitungen konzentrieren sich insbesondere auf den Aufbau der notwendigen Infrastruktur in Litauen, um die Stationierung der Einheit zu ermöglichen.
Gemeinsamer Besuch bei Militärübung
Kaunas wird zusammen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius an diesem Montag eine Übung („Freedom Shield“) in Pabrade besuchen. An der Übung nehmen 2.900 Soldaten und 800 Fahrzeuge aus acht Nationen teil, die unter Führung des deutschen Brigadegenerals Christian Huber stehen.
Die Übung „Freedom Shield“ findet in Pabrade statt und dient der Zusammenarbeit und Koordinierung der beteiligten Streitkräfte. Die Führung durch Brigadegeneral Christian Huber unterstreicht dabei die Rolle der Bundeswehr in dem multinationalen Verband.
Voll einsatzbereit bis Ende 2027
Laut Minister Kaunas wird die Brigade wie geplant Ende kommenden Jahres in voller Stärke ihre Arbeit aufnehmen können. „Wir können davon ausgehen, dass Deutschland und Litauen auf jeden Fall Ende 2027 fertig sein werden, die Brigade voll ausgestattet und einsatzbereit sein wird, wenn nicht gar früher. Für die Abschreckung an der Ostflanke der Nato und für die Sicherheit Litauens und des gesamten Bündnisgebiets ist das enorm wichtig“, sagte er.
Nach Angaben des litauischen Verteidigungsministers wird die deutsche Brigade bereits im kommenden Herbst damit beginnen, sich in der litauischen Stadt Rudnikai einzurichten. Die Soldaten würden dann auch dort, teilweise zusammen mit ihren Familien, leben.
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