Die Deutsche Bahn hat im Fernverkehr in den ersten fünf Monaten des Jahres deutlich mehr Züge gestrichen als im Vorjahr. Interne Daten des Staatskonzerns, über die die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, zeigen im Durchschnitt mehr als hundert betroffene Fernzüge pro Tag. Unabhängig von der zugrunde gelegten Datenbasis liegen die Ausfälle demnach deutlich über dem Niveau des Vorjahres.
Deutlich mehr Ausfälle im Fernverkehr
Nach Angaben interner Statistiken der Deutschen Bahn sind von Januar bis Mai im Schnitt 107 Fernzüge pro Tag von Ausfällen betroffen gewesen. Das entspricht bei durchschnittlich 973 Fahrten pro Tag knapp elf Prozent aller ICEs und ICs. Zum Vergleich: In den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 waren lediglich 57 Verbindungen pro Tag betroffen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.
Die Statistik beinhaltet neben Totalausfällen – also Zügen, die gar nicht erst abfahren – auch Teilausfälle – also Fahrten, die vorzeitig enden – und Züge, die mit weniger Zugteilen unterwegs sind als geplant. In der DB-internen Definition heißt es laut „Süddeutscher Zeitung“: „Anzahl der Zugfahrten, die ohne vollständigen oder gleichwertigen Ersatz ganz oder auf Teilstrecken außerhalb von Ballungsräumen ausgefallen sind oder denen ein geplanter ICE-Zugteil fehlte.“ Wenn einem ICE zuerst ein Zugteil fehlt und er anschließend komplett ausfällt, wird die Verbindung nur einmal gezählt.
Abweichende Zahlen im Konzern
Obwohl die Daten aus einem DB-eigenen System stammen, will der Konzern diese auf Anfrage nicht bestätigen. Ein Sprecher teilte laut „Süddeutscher Zeitung“ mit, sie berücksichtigten nicht, „ob eine Ersatzfahrt mit einer anderen Baureihe stattgefunden hat“. Fakt ist, dass die Bahn selbst offenbar mit zwei verschiedenen Zahlen operiert.
Jene Zahlen, auf die sich der Konzern nun beruft, sind laut „Süddeutscher Zeitung“ etwas niedriger als jene, die die internen Systeme ausweisen. Demnach liege die Zahl der komplett oder teilweise ausgefallenen Züge inklusive fehlender Zugteile nicht bei durchschnittlich 107 pro Tag, sondern bei knapp 81 pro Tag. 4,2 Prozent der Züge seien demnach von Januar bis Mai teilweise und 3,4 Prozent komplett ausgefallen; 2025 lagen die Totalausfälle im Vergleichszeitraum noch bei 1,3 Prozent. Egal, welche Zahlen man heranzieht, sie liegen laut „Süddeutscher Zeitung“ deutlich über jenen des Vorjahres.
Unterschiedliche Zählweisen
Die unterschiedlichen Werte gehen auf abweichende Zählweisen zurück. Während die internen Systeme der Deutschen Bahn eine breitere Definition von Ausfällen verwenden, verweist der Konzern auf eine Betrachtung, die mögliche Ersatzfahrten berücksichtigt. Die „Süddeutsche Zeitung“ stützt sich bei ihren Angaben auf beide Quellen innerhalb des Konzerns.
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