Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) stellt sich gegen die von der Rentenkommission vorgeschlagene Abschaffung der Minijobs. Verbandsvertreter warnen vor erheblichen Folgen für die Branche und weisen den Vorwurf zurück, Minijobs führten zu Versorgungslücken im Alter.
Dehoga kündigt Widerstand an
Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Jana Schimke sagte den Funke-Zeitungen: „Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt der Minijobs kämpfen.“ In der Branche arbeite die Hälfte aller Beschäftigten auf Minijob-Basis, das seien 1,1 Millionen Menschen. Sie sicherten insbesondere Abendstunden, Wochenenden, Veranstaltungen und saisonale Spitzen. „Es ist nicht möglich, dieses Angebot ohne unsere Minijobber aufrechtzuerhalten“, so Schimke.
Hintergrund sind die Empfehlungen der Rentenkommission zu möglichen Reformen der Altersvorsorge, die unter anderem die Abschaffung der Minijobs vorsehen. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgabe).
Debatte um Rentenversicherung und Versorgungslücken
Schimke stellte zudem klar, Minijobs seien bereits heute grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Arbeitgeber zahlten schon heute einen pauschalen Rentenbeitrag von 15 Prozent, zusätzlich zum Krankenversicherungsbeitrag von 13 Prozent. „Es gibt also keine Versorgungslücke, wie behauptet“, sagte sie den Funke-Zeitungen. Es sei Aufgabe der Politik, „weitsichtige, praxistaugliche und tragfähige Entscheidungen zu treffen, die Beschäftigung nicht gefährden, sondern fördern“.
Empfehlungen der Rentenkommission
Die Kommission hatte am Dienstag ihre Empfehlungen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben. Beide kündigten nach dem einstimmigen Beschluss der Kommission an, die 33 Empfehlungen auch umzusetzen.
