Der Dax hat am Mittwoch deutlich nachgegeben und schloss mit einem Minus von 1,0 Prozent bei 24.195 Punkten. Nach einem zunächst stabilen Start rutschte der Leitindex im Tagesverlauf deutlich ab, konnte am Nachmittag jedoch einen Teil seiner Verluste wieder aufholen. Die Entwicklung wurde vor allem von neuen US-Inflationsdaten und der anhaltend angespannten Lage im Nahen Osten geprägt.
Dax unter Druck trotz Entwarnung bei US-Inflation
Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Dax am Mittwoch mit 24.195 Punkten berechnet, was einem Rückgang von 1,0 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss entspricht. Nach einem Start auf dem Schlussniveau vom Dienstag verlor der Index bis zum Mittwoch deutlich, bevor er am Nachmittag einen Teil seiner Verluste wieder abbaute.
Prägend für das Marktgeschehen waren die Inflationsdaten aus den USA. „Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, sagte laut dts Nachrichtenagentur: „Die Befürchtungen einer stärker steigenden Inflation in den USA waren groß und die Märkte im Vorfeld in Alarmbereitschaft – dann aber hieß es erst einmal Entwarnung: Die am Nachmittag veröffentlichten Verbraucherpreise lagen mit einem monatlichen Anstieg von 0,2 Prozent am unteren Ende der Erwartungen“.“ Weiter erklärte er: „Damit beschleunigt sich der Anstieg auf Jahressicht mit 4,3 Prozent zunächst nicht weiter.“
Seit geraumer Zeit warteten die Investoren auf Hinweise zur weiteren Preisentwicklung in den USA. Lipkow ordnete dies so ein: „Denn Parallelen zur Teuerung in den 1970er Jahren können nicht geleugnet werden, weswegen das Sentiment an der Börse zunehmend nervöser wird. Damals kam es nach dem Ölpreisschock zu erheblichen Preissteigerungen in zwei Wellen, die die US-Notenbank auf den Plan riefen und am Aktienmarkt zu größeren Korrekturen führten.“
Belastungsfaktor Nahost-Konflikt
Die Lage im Nahen Osten sorge weiterhin für Unsicherheit an den Märkten, wie Lipkow betonte. „Die Situation im Nahen Osten bleibe fragil und belaste weiter die Stimmung der Investoren, so Lipkow“, berichtete dts. Wörtlich sagte er: „Es ist derzeit vollkommen unklar, wann es zu einem Abkommen zwischen den USA und dem Iran kommen wird, um erneut und dann zur Abwechslung vielleicht mal einen nachhaltigen Waffenstillstand zu erreichen. Hauptbelastungsfaktoren für den Aktienmarkt bleiben entsprechend die hohen Energiepreise und die daraus resultierenden Inflationsgefahren.“
Solange es keine handfeste Lösung des Konflikts im Nahen Osten gebe, dürften die Aktivitäten an den europäischen Handelsplätzen von viel Unsicherheit begleitet bleiben, erklärte der Analyst weiter. „Wobei heute zu beobachten war, dass es weniger eine Zunahme an Verkäufern gab als vielmehr die passiven Handelsaktivitäten der bisherigen Käufer zu den Kursverlusten führten“, so Lipkow laut dts.
Energiepreise ziehen an, Euro etwas fester
Im Dax standen bis kurz vor Handelsschluss die Aktien von Telekom, Adidas, Symrise und Zalando an der Spitze der Kursliste. Schlusslicht bildeten die Papiere von Siemens Energy.
Parallel zur Aktienmarktentwicklung zogen die Energiepreise an. Der Gaspreis stieg: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Juli kostete 50 Euro und damit drei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund zehn bis zwölf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Auch der Ölpreis legte zu. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 92,82 US-Dollar, das waren 1,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Mittwochnachmittag etwas fester. Ein Euro kostete 1,1552 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8657 Euro zu haben.
✨ mit KI bearbeitet