Der Dax hat am Mittwoch nach einem schwächeren Handelstag knapp unter der Marke von 25.000 Punkten geschlossen. Laut Marktbeobachtern bleibt die psychologische Hürde für den Leitindex vorerst im Fokus, während Anleger zunehmend selektiv vorgehen. Parallel legte der Euro leicht zu, der Ölpreis gab spürbar nach.
Am Mittwoch schloss der Dax im Xetra-Handel mit 25.000 Punkten und damit 0,6 Prozent unter dem Vortagesschluss. An der Spitze der Kursliste standen Heidelberg Materials, Volkswagen und Mercedes-Benz, während Infineon, BASF und Bayer zu den größten Verlierern zählten.
Psychologische Marke bleibt im Fokus
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, sieht den Leitindex weiter im Spannungsfeld um die runde Marke. „Die Anleger in Frankfurt werden sich wohl noch eine Weile mit der Marke von 25.000 Punkten im Dax auseinandersetzen müssen“, sagte Lipkow CMC Markets zufolge. „Jedes Mal, wenn es nach einem nachhaltigen Ausbruch über diese psychologische Barriere aussieht, wird den Bullen durch Gewinnmitnahmen der Wind aus den Segeln genommen.“
Auf der anderen Seite beobachtet der Analyst weiterhin Kaufinteresse bei Rücksetzern. Schnäppchenjäger seien weiter bereit, unter der Marke von 25.000 Punkten einzusteigen. „Aber auch diese werden selektiver und achten genau darauf, welche Branchen sich in den kommenden Monaten explizit positiv entwickeln könnten“, fügte er laut CMC Markets hinzu. Der Gesamtmarkt sei weniger interessant, da sich die gestiegenen Energiepreise negativ auf die stark exportlastigen Sektoren auswirkten.
Belastungsfaktoren und Branchenthemen
Lipkow verweist zudem auf nachlassende Dynamik bei wichtigen Indexwerten. „Auch bei den Indexschwergewichten ist die Luft langsam raus, da die Themen Rüstung, KI und Zinsfantasie entweder bereits vollends eingepreist sind oder sich im Wandel befinden“, so der Chef-Marktanalyst CMC Markets. Ein Engagement im deutschen Leitindex sei daher derzeit mit Risiken verbunden: Ein Investment in den Dax stelle derzeit keinen Freifahrtschein dar. „Die deutsche Wirtschaft sieht sich mit erheblichen geopolitischen und konjunkturellen Risiken konfrontiert“, sagte Lipkow CMC Markets zufolge.
Währungs- und Rohstoffmärkte
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Mittwochmittag etwas fester. Ein Euro kostete 1,1439 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8742 Euro zu haben.
Am Rohstoffmarkt gab der Ölpreis deutlich nach. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 17 Uhr deutscher Zeit 83,77 US-Dollar; das waren 96 Cent oder 1,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
