1.400 Einsatzkräfte kämpfen gegen Flammen – Wind und Munition erschweren Löscharbeiten.
Im Hürtgenwald im Kreis Düren kämpfen seit Donnerstagabend rund 1.400 Einsatzkräfte gegen den größten Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Nach Angaben des Kreises Düren sind derzeit etwa 300 Hektar Wald betroffen, wie der Tagesspiegel und die Tagesschau berichten. Die Feuerwehr verzeichnete in der Nacht gute Fortschritte, doch der Wind bleibt ein unberechenbarer Faktor. „Wir haben einen frischen, böigen Wind hier im Hürtgenwald, das könnte nochmal so ein Punkt sein“, sagte Feuerwehrsprecher Peter Berndgen dem Tagesspiegel. Die Löscharbeiten könnten noch Tage andauern, da das Feuer auf einer Munitionsverdachtsfläche aus dem Zweiten Weltkrieg wütet.
Bundeswehr verstärkt Einsatz mit mehr Panzern
Immer wieder kam es zu Explosionen, was die Arbeit der Einsatzkräfte erschwert. Landrat Ralf Nolten (CDU) bestätigte, dass die Bundeswehr in der Nacht weitere Schneisen geschlagen habe, um die Ausbreitung zu stoppen. Die Anzahl der Bergepanzer wurde von zwei auf vier erhöht. Fünf Einsatzkräfte wurden leicht verletzt, darunter eine Person mit Kreislaufproblemen und eine mit einer Schnittverletzung.
NRW erlebt größten Waldbrand seiner Geschichte
Zudem erlitt eine ältere Person Herzprobleme während der Evakuierung, wie die dpa meldet. Im Ortsteil Gey wurden rund 2.300 Bewohner evakuiert, wann sie zurückkehren können, ist noch unklar. NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bezeichnete den Brand als den größten in der Geschichte des Bundeslandes. „Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat“, sagte sie. Parallel dazu wütet im rund 35 Kilometer entfernten Hohen Venn an der Grenze zu Belgien ein weiteres großes Feuer.
EU-Länder schicken Hubschrauber zur Brandbekämpfung
Dort seien bereits mindestens 1.600 Hektar Vegetation zerstört, wie belgische Behörden der Nachrichtenagentur AFP mitteilten. Verstärkung aus Belgien, Deutschland und anderen EU-Ländern ist unterwegs, darunter Hubschrauber aus den Niederlanden, Tschechien und Schweden. Die Rauchwolken seien kilometerweit sichtbar, berichten der WDR und die dpa. In Aachen löste der Brandgeruch sogar bei Besuchern der Reit-Weltmeisterschaft Besorgnis aus.