Jeder zehnte Bürger in Deutschland ist im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität geworden. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Cybersicherheitsmonitor 2026 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) hervor. Besonders häufig wurden Betrugsfälle beim Onlineshopping registriert, zugleich zeigen sich deutliche Lücken im Schutzverhalten der Bevölkerung.
Cybersicherheit im Alltag vereinfachen
BSI-Präsidentin Claudia Plattner betonte, Cybersicherheit müsse im Alltag der Verbraucher einfacher und verständlicher werden. „Viele Menschen wollen sich sicher online bewegen, brauchen dafür aber niedrigschwellige Informationen“, sagte Plattner laut Mitteilung. Diese würden bereitgestellt, indem Anleitungen für Sicherheitsmaßnahmen im digitalen Alltag angeboten und Lehrkräfte befähigt würden, das Thema in ihren Unterricht zu integrieren. Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssten zudem sichere Produkte und Dienste zum Standard machen.
Cyberkriminalität „in der Mitte der Gesellschaft“
Landespolizeipräsidentin und Vorsitzende des ProPK Stefanie Hinz erklärte, Cyberkriminalität sei längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Um den Methoden der Täter den Boden zu entziehen, mache die Polizei deren Vorgehensweisen transparent. „Das Zusammenspiel aus Prävention, Aufklärung und entschlossenem Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden trägt entscheidend dazu bei, den digitalen Raum sicherer zu machen“, sagte Hinz laut ProPK.
Lücken beim Schutzverhalten der Bürger
Der Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und ProPK weist aus, dass besonders häufig Betrug beim Onlineshopping sowie -banking, Fremdzugriffe auf Online-Accounts und Phishing gemeldet wurden. Zugleich werden deutliche Lücken beim Schutzverhalten deutlich: Nur 14 Prozent der Befragten informieren sich regelmäßig über Cybersicherheit, 40 Prozent beschäftigen sich nur hin und wieder mit dem Thema. Unter den gängigen Schutzmaßnahmen sind zudem nur starke Passwörter sowie Antivirenprogramme mehr als der Hälfte der Befragten (55 bzw. 54 Prozent) überhaupt bekannt. Die Folgen von Cyberkriminalität sind für Betroffene oft spürbar: 88 Prozent berichten von einem Schaden, ein Drittel von finanziellen Verlusten (33 Prozent).
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