Das Theater Osnabrück setzt in der kommenden Spielzeit auf Mut, Offenheit und große Gefühle. Unter dem Motto „Über Grenzen“ präsentiert Intendant Ulrich Mokrusch gemeinsam mit seinem Team eine Saison, die gesellschaftliche Debatten ebenso aufgreift wie große Stoffe des Musiktheaters. Oper, Operette, Musical, Schauspiel, Tanz und Junges Theater sollen dabei neue Perspektiven eröffnen und Menschen zusammenbringen.
Bereits der Auftakt verspricht Festivalstimmung: Der Theater Beach unter freiem Himmel kehrt vom 7. August bis 5. September zum sechsten Mal zurück, am 29. August gibt das Theaterfest im Rahmen der Kulturnacht den offiziellen Startschuss für die neue Saison.
Starke Stoffe im Musiktheater
Besonders ambitioniert fällt erneut das Musiktheaterprogramm aus. Den Auftakt macht im September die Oper „Peter van Pels“ von Anno Schreier. Das Werk erzählt die Geschichte des Osnabrücker Jungen, der sich gemeinsam mit Anne Frank im Amsterdamer Hinterhaus verstecken musste, und setzt damit gleich zu Beginn ein politisches und emotionales Zeichen.
Im November folgt mit Emmerich Kálmáns Operettenklassiker „Die Csárdásfürstin“ ein glamouröser Ausflug in die Welt der Unterhaltung zwischen Melancholie und überschäumender Lebensfreude. Im Januar 2027 steht dann Umberto Giordanos Oper „Andrea Chénier“ auf dem Spielplan – ein Werk voller Revolution, Leidenschaft und großer Arien.
Musicalfans dürfen sich im März auf Leonard Bernsteins „On the Town“ freuen. Das Stück über drei Matrosen auf Landgang verspricht Tempo, Swing und amerikanisches Großstadtflair. Den Abschluss der Premierenserie bildet Leoš Janáčeks poetische Oper „Das schlaue Füchslein“, die Naturbeobachtung und philosophische Fragen miteinander verbindet.
Hinzu kommen zwei erfolgreiche Wiederaufnahmen: Frank Wildhorns Fantasy-Musical „Artus – Excalibur“ kehrt bereits im Oktober zurück auf die Bühne des Theaters am Domhof, während das Publikum ab Dezember erneut das berührende Musical „Wie im Himmel“ erleben kann.
Schauspiel zwischen Klassik und Gegenwart
Auch das Schauspiel setzt auf Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz. Zum Saisonbeginn bringt das Theater mit „Orlando – A Musical Journey“ eine musikalische Annäherung an Virginia Woolfs berühmten Roman auf die Bühne. Mit „Frankenstein“ nach Mary Shelley steht im Herbst zudem ein Klassiker der Schauerliteratur auf dem Programm.
Zeitgenössische Stoffe prägen ebenfalls die Saison: Saša Stanišićs „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ wird ebenso inszeniert wie Maya Arad Yasurs „Amsterdam“ oder Duncan Macmillans „People, Places & Things“.
Im Frühjahr 2027 folgt mit Anton Tschechows „Drei Schwestern“ ein bedeutender Klassiker des Welttheaters. Wiederaufnahmen wie „BLIND“, „Muna oder Die Hälfte des Lebens“ und „Die Leiden des jungen Werther“ ergänzen das Programm.
Tanzprojekt mit europäischer Dimension
Im Tanzbereich setzt das Theater Osnabrück verstärkt auf internationale Kooperationen. Dank einer Förderung der Europäischen Union realisiert die Dance Company gemeinsam mit Partnern aus Arnheim das Projekt „NO BORER LAND“. Mehrere Produktionen ziehen sich durch die gesamte Saison und münden im Juni 2027 im Festival „Crossing Borders“.
Zu den Premieren zählen „Bevor ich es vergesse …“ von Antonin Comestaz, der vierteilige Tanzabend „VIER x VIER“ sowie „EuroDance“ von Moritz Ostruschnjak. Außerdem kehrt Alba Castillos gefeierte Choreografie zu Carl Orffs „Carmina Burana“ zurück.
„Die kleine Hexe“ wird das Weihnachtsstück
Auch das Junge Theater Oskar präsentiert zahlreiche neue Produktionen. Familien können sich unter anderem auf „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ und „Krokodil und Giraffe“ freuen. Mit „Jugend ohne Gott?“ steht zudem ein Stoff auf dem Spielplan, der sich gezielt an Jugendliche richtet. Das Weihnachtsstück wird „Die kleine Hexe“ sein.
Konzertprogramm auch für Filmmusik-Fans
Die Konzertsparte, die ihre Auslastung zuletzt auf 75 Prozent steigern konnte, komplettiert das Programm der neuen Saison. Neben einer Reihe von Sinfonie-, Kammer- und Schlosskonzerten wird es auch in der Spielzeit 2026/2027 wieder einige Kinder- und Sonderkonzerte geben. Im Juni 2027 gibt es außerdem wieder ein Domplatz Open Air mit „Klassik unter den Sternen“ am ersten Abend und einem Filmmusik-Konzert am zweiten Abend, bei dem Werke aus Filmen wie „Star Wars“, „Harry Potter“, „Ghostbusters“ oder „E.T.“ erklingen.
Mit der neuen Spielzeit will das Theater Osnabrück, das seine Besucherzahlen in allen Sparten steigern konnte (Gesamtauslastung: 83,5 Prozent), nicht nur unterhalten, sondern gesellschaftliche Diskussionen anstoßen. Zwischen Opernklassikern, modernen Schauspieltexten und internationalen Tanzprojekten zeigt das Haus am Domhof damit einmal mehr seinen Anspruch, kultureller Treffpunkt für die gesamte Region Osnabrück zu sein.
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