Die CSU will die staatliche Kaufprämie für Elektroautos an Bedingungen knüpfen, die vor allem deutschen Herstellern zugutekommen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann und Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer fordern konkrete Änderungen, während das Bundesumweltministerium keine Vorfestlegung sieht.
Forderungen der CSU und Experten
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sagte dem Pro-Newsletter Industrie und Handel des Nachrichtenmagazins Politico: "Von der aktuellen E-Auto-Prämie profitieren vor allem außereuropäische Hersteller".
Er fügte hinzu: "Wir müssen die Förderung so ausrichten, dass die Wertschöpfung dieser Fahrzeuge größtenteils in Europa stattfindet."
Hoffmann denkt über Modelle nach, die Local-Content-Vorgaben enthalten – etwa lokale Batterieherstellung, Materialeinsatz oder kurze Transportwege. Andere EU-Länder hätten solche Kriterien bereits umgesetzt. Wenn Steuermittel die Förderung von E-Autos ermöglichen, müsse das Geld auch der heimischen Industrie zugutekommen, betont er.
Damit konkretisiert Hoffmann eine Forderung von CSU-Chef Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident hatte im ARD-Sommerinterview eine Überarbeitung der Prämie im Herbst angeregt, um deutschen Herstellern mehr Vorteile zu verschaffen.
Konkrete Reformvorschläge von Dudenhöffer
Auch Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des privaten Instituts Center Automotive Research (CAR), plädiert für eine schnelle Reform. Er sagte dem Pro-Newsletter Industrie und Handel des Nachrichtenmagazins Politico: "Die E-Auto-Prämie muss verändert werden. In der aktuellen Form ist sie wie Weihnachten und Ostern zugleich für ausländische Hersteller".
Der Ökonom schlägt vor, die Einkommensobergrenzen zu streichen und stattdessen Preisobergrenzen einzuführen. So könnten E-Autos bis 70.000 Euro mit 6.000 Euro und bis 100.000 Euro mit 4.000 Euro gefördert werden. Für Fahrzeuge über 100.000 Euro sei keine Prämie nötig. Plug-in-Hybride sollten jeweils 50 Prozent der Prämie erhalten – ein Modell bis 70.000 Euro also 3.000 Euro.
Die E-Auto-Prämie fällt in den Zuständigkeitsbereich des Bundesumweltministeriums. Auf Anfrage teilte das Ministerium mit, Anpassungsbedarf werde auf Grundlage der begleitenden Erfolgskontrolle bewertet. Eine Vorfestlegung auf eine Überarbeitung der Förderrichtlinie bestehe derzeit nicht.
Die Bundesregierung hatte die Prämie im Januar 2026 vorgestellt. Seit Mitte Mai wird der Kauf oder das Leasing neuer Elektroautos für Privatpersonen mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von bis zu 90.000 Euro mit maximal 6.000 Euro gefördert.