Die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mechthild Heil (CDU), hat Fraktionschef Jens Spahn für dessen Vaterschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA scharf kritisiert. Heil wirft der Praxis der Leihmutterschaft Ausbeutung von Frauen vor und spricht von einem „Kauf von Kindern“. Unterstützung für Spahn kommt hingegen aus den Reihen der CDU-Bundestagsfraktion, während aus Regierungskreisen eine Stellungnahme von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht gestellt wird.
Kritik der Frauengruppe in der Unionsfraktion
Die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mechthild Heil (CDU), hat Fraktionschef Jens Spahn scharf dafür kritisiert, dass er mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Vater geworden ist. „Frauen dürfen weder zum Sex gekauft, noch als Brutkasten missbraucht werden“, sagte die rheinland-pfälzische Christdemokratin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe).
Nach den Worten Heils seien die allermeisten Frauen „den Käufern dieser Ausbeutung“ nicht gleichgestellt. Die Frauen handelten ihrer Ansicht nach aus finanzieller Not, physischer oder psychischer Abhängigkeit oder dem vermeintlichen Mangel an Alternativen, wie sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte.
Heil erklärte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ weiter, die wenigen selbstbestimmten Frauen, die unabhängig und frei entscheiden könnten, unterstützten am Ende aber auch dieses ausbeuterische System zwischen Kaufeltern und Leihmüttern. Sie lehne den Kauf von Kindern und damit die Leihmutterschaft ab, so Heil. Zur Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion gehören mehr als 40 Abgeordnete.
Unterstützung für Spahn aus der Fraktion
Verteidigt wurde Spahn vom baden-württembergischen CDU-Abgeordneten David Preisendanz. Er sagte der Zeitung, er habe Spahn von Herzen gratuliert. Natürlich sehe er die politische Widersprüchlichkeit. Es falle ihm aber schwer, Menschen zu kritisieren, die sich ihren Kinderwunsch erfüllten.
Reaktion aus Regierungskreisen
Aus Regierungskreisen hieß es auf Anfrage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) werde sich zu gegebener Zeit äußern. Spahn hatte sich in der Vergangenheit gegen eine Legalisierung von Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.
