Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa warnt vor einem „Ausverkauf der sozialen Absicherung des Pflegerisikos“ und kritisiert die Pläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für eine Pflegereform. Insbesondere lehnt sie eine weitere finanzielle Belastung von Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen sowie Einschnitte bei der Absicherung pflegender Angehöriger ab.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa hat die angekündigten Reformpläne im Pflegebereich scharf kritisiert. Aus ihrer Sicht droht ein „Ausverkauf der sozialen Absicherung des Pflegerisikos“. Die finanzielle Belastung von Pflegebedürftigen in der stationären Pflege dürfe nicht weiter steigen, sagte sie dem „Tagesspiegel“.
Belastung für Heimbewohner im Fokus
Aktuell zahlen Heimbewohner in Deutschland nach ihren Angaben bereits einen Eigenanteil von durchschnittlich 3.200 Euro. Von der sozialen Pflegeversicherung erhalten sie darauf sogenannte Leistungszuschläge, die mit der Dauer des Aufenthaltes zunehmen.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erwägt, die Erhöhung dieser Zuschläge zu strecken. Die Entlastung um 75 Prozent der pflegebedingten Kosten würde dann nicht mehr wie bisher nach 36 Monaten, sondern erst nach 54 Monaten erreicht. Dies sei ein Zeitpunkt, „den das Gros der Klienten nicht erreiche“, so Welskop-Deffaa gegenüber dem „Tagesspiegel“.
Kritik an gekürzten Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige
Die Caritas-Präsidentin wandte sich zudem gegen Überlegungen, die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige zu halbieren. „Pflegende Angehörige sind das Rückgrat der Pflege in Deutschland“, sagte Welskop-Deffaa dem „Tagesspiegel“. Ihnen für diese Leistung die Rentenpunkte als zukünftige Absicherung zu kürzen, um heute kurzfristig Einsparpotenziale zu erwirtschaften, sei „ein nicht hinnehmbares soziales Debakel“.
✨ mit KI bearbeitet