Was als regulärer Gottesdienst begann, endete für viele Besucher mit Verunsicherung und Irritation: Nach einer Störaktion während einer Messe haben sich inzwischen drei Personen bei der Polizei gemeldet und ihre Beteiligung an dem Vorfall eingeräumt. Die Ermittlungen laufen weiter.
Unruhe im Gottesdienst
Nach bisherigen Erkenntnissen betraten am Sonntag gegen 11:40 Uhr sechs, möglicherweise auch sieben Männer während der laufenden Messe das Gotteshaus. Zunächst stellte sich die Gruppe nebeneinander auf und sprach lautstark miteinander. Mehrere Gottesdienstbesucher nahmen das Verhalten als einschüchternd wahr. Nach Angaben der Polizei zeigten die Männer auf verschiedene Bereiche der Kirche sowie auf einzelne Personen.
Parolen, Beleidigungen und verteilte Flyer
Im weiteren Verlauf bewegte sich die Gruppe in den hinteren Bereich des Gotteshauses. Dort verteilten die Männer Flyer und Bibeln. Gleichzeitig sollen sie lautstark Parolen und Beleidigungen gerufen haben. Nach Angaben der Ermittler fielen dabei unter anderem Ausdrücke wie „Dämon“ und „Hurensöhne“ sowie Aussagen wie „Die Kirche ist eine Hure“ und „Ihr seid alle Massenmörder“. Die Polizei hatte zunächst keine Angaben zum Inhalt der Flyer gemacht. Inzwischen wurde ergänzend bekannt: Auf den sichergestellten Flugblättern sind Bibelverse abgedruckt.
Pastor spricht Hausverbot aus
Der Pastor sowie Mitglieder des Kirchenvorstands versuchten laut Polizei mehrfach, die Störer zum Verlassen der Kirche zu bewegen. Ihnen wurde ein Hausverbot ausgesprochen. Nach bisherigen Erkenntnissen ignorierte die Gruppe diese Aufforderung und blieb zunächst im Gebäude. Als die alarmierte Polizei eintraf, hatten die Beteiligten die Kirche bereits verlassen.
Ermittlungen laufen – Motiv weiter unklar
Am Sonntagabend erschien schließlich ein Teil der mutmaßlich Beteiligten selbst bei der Polizei. Drei Personen räumten ihre Beteiligung an dem Vorfall ein. Die Ermittlungsbehörden führen derzeit Verfahren wegen des Verdachts der Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen, wegen Störung der Religionsausübung sowie wegen Hausfriedensbruchs. Zudem wird geprüft, ob weitere Straftatbestände erfüllt sein könnten.
Zu möglichen Hintergründen oder einer Motivlage äußern sich die Ermittler derzeit nicht. „Ein islamistischer Hintergrund wird ausgeschlossen“, teilte die Polizei jedoch auf HASEPOST-Anfrage mit. Die weiteren Untersuchungen übernimmt das zuständige Fachkommissariat.
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