Nach Vorwürfen politischer Einflussnahme bei der Fußball-WM weist die Bundesregierung die Bezeichnung „Skandal“ zurück. Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer betonte, die Politik habe auf dem Spielfeld nichts zu suchen und Entscheidungen müssten dort getroffen werden. Hintergrund ist die Aufhebung einer Rotsperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun nach einem Eingreifen von US-Präsident Donald Trump, die trotz weltweiter Aufregung keine sportlichen Folgen hatte.
Regierung distanziert sich von „Skandal“-Begriff
Die Bundesregierung will im Zusammenhang mit den Vorwürfen politischer Einflussnahme bei der Fußball-WM nicht von einem „Skandal“ sprechen. Die entsprechende Wortwahl wolle er sich nicht zu eigen machen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Mittwoch der dts Nachrichtenagentur.
Grundsätzlich sei man aber immer der Meinung, „dass die Rolle der Politik nicht auf dem Spielfeld ist, sondern dass auf dem Spielfeld entschieden werden muss“. Das sei auch in diesem Fall passiert und werde es auch sicherlich weiterhin bei der WM, so Meyer. Ob der Kanzler die Telefonnummer von Fifa-Boss Gianni Infantino hat, wollte der Sprecher nicht beantworten.
Eklat um aufgehobene Rotsperre
Im Kern geht es in dem Eklat um die Rücknahme einer Rot-Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun für das WM-Achtelfinale gegen Belgien. US-Präsident Donald Trump hatte bestätigt, dass er Infantino um die Überprüfung gebeten hatte. Dieser bestreitet aber, dass er selbst Einfluss auf die Entscheidung genommen hat. Der Fall hatte weltweit für Aufregung gesorgt.
Sportliche Folgen hatte die Rücknahme der Sperre nicht, da Belgien die USA trotz Balogun mit 4:1 aus dem Wettbewerb warf.
