Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will Bonuszahlungen für Bahn-Manager koppeln an die Pünktlichkeit der Züge. Sein Vorstoß findet in der schwarz-roten Koalition und bei Ländern Unterstützung. Eine Vereinbarung mit der Bahn soll klare Ziele vorgeben.
Zustimmung aus SPD und Thüringen
Isabell Cademartori, Obfrau der SPD im Verkehrsausschuss des Bundestages, begrüßt den Plan ausdrücklich. Die Menschen erwarteten, dass die Bahn zuverlässiger werde, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Als Politik stelle man Rekordinvestitionen für die Infrastruktur zur Verfügung und erwarte, dass sich das auch in der Pünktlichkeit zeige.
Thüringens Digital- und Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) kritisiert, bei der DB gelten andere Maßstäbe als in der Wirtschaft. Er habe als Unternehmer nur Sonderzahlungen erhalten, wenn Ziele zu 100 Prozent erreicht worden seien, sagte er dem „Tagesspiegel“. Für Kunden und Beschäftigte sei es nicht nachvollziehbar, dass der DB-Konzernvorstand Ziele viel zu niedrig setze und dann auch noch deren Unterbietung belohne. Der Bund habe dieses System erst ermöglicht, doch wenn Bilger es reformieren wolle, könne er auf seine Unterstützung zählen.
Bilger selbst hatte der "Bild am Sonntag" erklärt, der Bund werde bald eine Vereinbarung mit der Bahn treffen. Dabei werde man klare Ziele für die Infrastruktur vorgeben. Wenn diese nicht eingehalten würden, solle das Auswirkungen haben – auch auf die Vorstandsboni. Bahnkunden und Steuerzahler hätten einen Anspruch darauf, dass der Erfolg gemessen werde. Wenn es nicht zufriedenstellend sei, habe das auch Auswirkungen auf die Bezahlung.