Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) schließt ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen für die laufende Legislaturperiode von Union und SPD aus. Persönlich halte er nichts davon, wie er in der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv am Donnerstag sagte.
Sicherheit und Telematik im Fokus
Bilger betonte, ihm gehe es um Sicherheit und den Fluss des Verkehrs. Telematikanlagen, die die Geschwindigkeit je nach Wetter- und Verkehrslage anpassen, seien bereits auf vielen Autobahnstrecken im Einsatz.
Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gab es 2022 in Deutschland 23,9 Todesfälle pro 1.000 Kilometer Autobahn. Unter 18 europäischen Ländern liegt Deutschland damit als einziges ohne generelles Tempolimit im Mittelfeld. Belgien verzeichnete mit 48,8 die meisten, Schweden mit 2,7 die wenigsten Todesfälle pro 1.000 Kilometer.
Studien gehen davon aus, dass ein Tempolimit von 120 km/h die Verkehrstoten um 35 Prozent senken könnte. Berechnungen der Ruhr-Universität Bochum und des Umweltbundesamtes kommen zudem zu dem Ergebnis, dass durch Tempolimits insgesamt 6,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente und rund 2,8 Milliarden Liter Kraftstoff eingespart werden könnten.
Persönlich sei er nicht davon überzeugt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung eine gute Idee sei, und auch die Koalition habe dazu keine entsprechenden Pläne, sagte Bilger. „Ich halte nichts von einem generellen Tempolimit. Wir haben in Deutschland die sichersten Autobahnen, wir haben weniger Verkehrstote als viele Länder in Europa, die Tempolimits haben.“