G7-Staaten wollen Ölreserven nutzen, um Preise zu stabilisieren
Die G7-Staaten haben sich auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel aus ihren strategischen Reserven geeinigt. Die Maßnahme soll die angespannte Marktlage entspannen und die weltweit steigenden Kraftstoffpreise dämpfen, wie die Gruppe in einer gemeinsamen Erklärung mitteilte. Die koordinierte Freigabe erfolgt über die Internationale Energieagentur (IEA) und soll unverzüglich beginnen, wobei eine vorgezogene, erhebliche Dieselfreigabe innerhalb der ersten 20 Tage geplant ist. Die Gesamtmenge entspricht etwa der täglichen weltweiten Nachfrage nach Rohöl, wie die IEA angibt.
G7 sichern Öllieferungen durch Hormus-Strait ab
Welches Land wie viele Barrel beisteuert, ist bisher nicht bekannt. An der Videoschalte der G7 nahmen unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron teil, der derzeit den Vorsitz der Gruppe innehat. Frankreichs Staatschef betonte, die G7-Staaten hätten zudem vereinbart, ihre Maßnahmen weiter abzustimmen, um die Öllieferungen durch die Straße von Hormus zu sichern.
G7 verhindern Energie-Exportbeschränkungen untereinander
Die G7 bekräftigten in ihrer Erklärung, auf Exportbeschränkungen für Energie und Energieträger untereinander zu verzichten und riefen alle Produzenten auf, keine Verbote zu verhängen, die die Spannungen auf den Märkten verschärfen könnten. Die Ölpreise reagierten bereits mit deutlichen Rückgängen: Der US-Ölpreis fiel zeitweise um bis zu fünf Prozent, der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank vorübergehend wieder unter 100 Dollar. Die Entscheidung der G7 knüpft an die im März von der IEA vereinbarte Freigabe an, bei der eine Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Rohöl freigegeben wurde. Laut IEA-Chef Fatih Birol ist etwa ein Drittel davon noch nicht auf den Markt gekommen.
G7-Einigung dämpft Ölpreise nur kurzfristig
Die Bundesregierung begrüßte die Einigung als „wichtiges Zeichen für die Handlungsfähigkeit und Geschlossenheit der G7“ und als „substantiellen Impuls, um die Versorgungslage und das Marktgeschehen zu stabilisieren“, wie Regierungskreise der Nachrichtenagentur AFP mitteilten. Die IW-Ökonomin Samina Sultan warnte jedoch, die Maßnahme werde die Preise nur kurzfristig dämpfen. Entscheidend für eine dauerhafte Normalisierung sei eine Öffnung der Straße von Hormus, die durch den Iran-Krieg stark beeinträchtigt ist.