Große Formate, ausdrucksstarke Farben und viel Leidenschaft: Diese Attribute prägen derzeit die Ausstellungsflächen im ersten Obergeschoss des Rathauses Georgsmarienhütte. Die dort ausgestellten Bilder der lokalen Künstlerin Ulrike Claaßen haben in Zusammenarbeit mit der Georgsmarienhütter Gleichstellungsbeauftragten Susanne Häring ihren Weg in das Rathaus gefunden.
Sichtbarkeit regionaler Künstlerinnen im Rathaus Georgsmarienhütte
Schon vor einigen Jahren hatte Susanne Häring die Idee, die Sichtbarkeit von regionalen Künstlerinnen zu stärken und ihnen eine Ausstellung ihrer Werke zu ermöglichen. Nach einem ersten Aufschlag im Jahr 2021 war es in der Folge aber gar nicht so leicht, neue Künstlerinnen zu finden: „Mir fehlen da einfach die Kontakte, aber umso schöner ist es, dass ich nun wieder jemanden gefunden habe und es zu einer Kooperation gekommen ist“, so die Gleichstellungsbeauftragte. Ein Artikel in der Stadtteilinformation „Holzhauser Leben“ hatte sie auf Ulrike Claaßen gebracht. „Ihre Lebensgeschichte und ihr Weg zur Kunst haben mich inspiriert, sodass ich den Kontakt zu ihr aufgenommen habe“, so Häring.
Nach Unfall kämpfte Claaßen sich mit Kunst zurück
Holzhausen ist seit 26 Jahren das Zuhause der Künstlerin. Ein schwerer Skiunfall im Jahr 2022 zwang sie zu einer abrupten Pause. „Monatelang war ich bewegungseingeschränkt und musste mir alles erst mühsam wieder erarbeiten“, so Claaßen. Das habe ihr aber auch die Tür zur Malerei geöffnet. Mit Unterstützung der Familie fing sie an, zu Pinsel, Leinwand und Farbe zu greifen – erst mit gewissen Hemmungen und kleineren Motiven, dann mit größeren Formaten sowie abstrakten, mutigen Pinselstrichen. „Inzwischen habe ich meinen Schwerpunkt auf die abstrakte Malerei gelegt.“
Schicksalsschlag führt zu eigener Ausstellung
Das Malen habe für sie eine Art meditative sowie entspannende Wirkung und zeige zudem, dass Schicksalsschläge in gewisser Weise auch etwas Gewinnbringendes haben können: „Ich bin sehr dankbar, dass ich durch meinen Unfall so viel Positives und Neues für mich entdecken durfte, verknüpft mit neuen Begegnungen mit wunderbaren Menschen“, so Claaßen. Für Häring habe dieser Ansatz Vorbildcharakter: „Der Weg von Ulrike Claaßen kann dahingehend auch anderen Mut machen, dass ein Unglücksfall nicht das Ende sein muss, sondern auch der Beginn von etwas Neuem sein kann.“
Weitere Ausstellung sollen folgen
Diee Gleichstellungsbeauftragte betont, dass sie sich wünschen würde, dass sich auch andere Künstlerinnen mit ihren Geschichten und Antriebsmotiven bei ihr melden: „Vielleicht lassen sich dann gemeinsame Projektideen entwickeln.“ Die Bilder der Holzhauser Künstlerin Claaßen unter dem Titel „Eigenwege der Farbe“ sind noch bis August zu den Öffnungszeiten des Rathauses auf den Ausstellungsflächen im Flur des ersten Obergeschosses zu sehen.
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