Polizei erschießt mutmaßlichen Attentäter in Spandau – eine Tote, 29 Verletzte
Am späten Samstagabend ist in Berlin ein weißer Kastenwagen in eine Menschenmenge im Tiergarten gefahren. Eine Frau kam dabei ums Leben, 29 weitere Personen wurden verletzt, teils schwer. Wie die Tagesschau berichtet, soll der Fahrer des Fahrzeugs Menschen an- oder umgefahren haben, bevor er mit einem Baum kollidierte. Im Anschluss habe der Tatverdächtige laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt mit einer Stichwaffe, mutmaßlich einer Machete, weitere Menschen angegriffen. Die Polizei bestätigte, dass der Fahrer und möglicherweise ein Beifahrer in unbekannte Richtung flohen.
SEK-Einsatz endet tödlich für Verdächtigen
Nach einer großangelegten Fahndung wurde der 21-jährige Abdul B. am Sonntagabend in einer Kleingartenanlage in Spandau aufgespürt. Als er mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zulief, kam es zum Schusswaffengebrauch durch das SEK. Trotz Reanimationsversuchen verstarb er am Einsatzort, wie die Berliner Polizei mitteilte. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen und geht von einer mutmaßlich islamistischen Tatbegehung aus.
Islamist seit Jugend bekannt und überwacht
Laut Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung war Abdul B. als islamistischer Gefährder eingestuft und dem Verfassungsschutz seit seinem 16. Lebensjahr bekannt. Im vergangenen Jahr hatte er mehrfach versucht, sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ anzuschließen. Im Libanon war er im Juli 2025 festgenommen und zu drei Monaten Haft verurteilt worden.
Tatort-Beleuchtung zeigt Solidarität mit LGBTQ+
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im November 2025 wurde er erneut festgenommen und im Mai 2026 zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, die er in einer „Vorbewährung“ verbüßte. Ein weiterer Verdächtiger, ein 28-jähriger Iraner, wurde nach der Tat festgenommen, doch der Verdacht gegen ihn erhärtete sich nicht, wie die Zeit und der Spiegel berichten. Bundesinnenminister Dobrindt geht nach dem Tod des Hauptverdächtigen von keiner weiteren Gefährdung aus. Das Brandenburger Tor wurde in Regenbogenfarben beleuchtet, um Solidarität mit der queeren Community zu zeigen. Bundeskanzler Friedrich Merz und andere Politiker gedachten am Tatort der Opfer.