Studie zeigt: Eigenheime in Metropolen für viele unbezahlbar
Der Traum vom eigenen Haus ist in Deutschland für viele Familien weiterhin schwer zu verwirklichen. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) im Auftrag des Finanzierungsvermittlers Interhyp zeigt, dass günstige Einfamilienhäuser fast ausschließlich auf dem Land und in strukturschwachen Regionen zu finden sind. Bundesweit liegt der Erschwinglichkeitsindex bei 103 Punkten, was knapp über der Schwelle von 100 liegt, ab der ein Hauskauf als erschwinglich gilt. Doch die regionalen Unterschiede sind enorm, wie n-tv und der Merkur berichten.
Metropolen: Kreditlast frisst fast die Hälfte des Einkommens
In den sieben größten Metropolen – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf – liegt der Indexwert nur bei 80 Punkten. Dort müssen Käufer im Schnitt 44 Prozent ihres Nettoeinkommens für die monatliche Kreditrate aufbringen. Besonders angespannt ist die Lage in München, wo der Index bei 63 Punkten liegt und die Belastung sogar 56 Prozent des Einkommens erreicht. Auch Düsseldorf (74 Punkte) und Frankfurt (77 Punkte) bleiben deutlich unter der Erschwinglichkeitsschwelle. Lediglich Stuttgart (92 Punkte) und Hamburg (90 Punkte) schneiden etwas besser ab, liegen aber weiterhin im unerschwinglichen Bereich.
Ländliche Regionen: Hauskauf bleibt erschwinglich
Anders sieht es in ländlichen Regionen aus. Im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein und im Kreis Rhön-Grabfeld in Bayern liegt der Index bei 187 bzw. 184 Punkten. Dort verschlingt der Hauskauf weniger als ein Fünftel des Nettoeinkommens. Auch in kleineren Großstädten und deren Umland ist die Situation entspannter: Hier liegt der Index im Schnitt bei 105 Punkten, die Belastung beträgt etwa ein Drittel des Einkommens.
Studie: Index misst Kreditlast im Verhältnis zum Einkommen
Die Studie basiert auf Daten aus allen 400 Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Als Modellhaushalt diente eine Familie mit zwei Kindern und einem Einkommen im 70. Perzentil. Der Index setzt die monatliche Kreditrate ins Verhältnis zum Nettoeinkommen. Als tragbar gelten Ausgaben von bis zu 35 Prozent des Einkommens.
Experten warnen vor weiter sinkender Erschwinglichkeit
Interhyp-Chef Jörg Utecht betont, dass sich die Erschwinglichkeit in 251 der 400 Kreise im Jahresvergleich sogar verschlechtert hat. Höhere Zinsen und gestiegene Immobilienpreise würden zwar teilweise durch höhere Löhne ausgeglichen, doch eine spürbare Entlastung sei nicht in Sicht. IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer erwartet ebenfalls keine schnelle Verbesserung der Rahmenbedingungen.