Der Deutsche Beamtenbund (DBB) sieht einen Personalmangel von 631.000 Stellen im öffentlichen Dienst. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl um 31.000. Besonders betroffen sind Pflege, Schulen und Kommunalverwaltungen.
Schwerpunkte und Gründe für den Personalmangel
Laut DBB fehlen vor allem in der Kranken- und Altenpflege 125.200 Beschäftigte, an Schulen 120.000 und in Kommunalverwaltungen 112.000. Für Polizei und Bundeswehr werden insgesamt 92.000 zusätzliche Kräfte gefordert.
Bundesvorsitzender Volker Geyer erklärte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der Bedarf entstehe unter anderem, weil nicht alle frei werdenden Stellen nachbesetzt würden. Zudem sollte, wer sich die geänderte Sicherheitslage ansehe, sofort verstehen, warum mehr Polizisten gebraucht würden. Die Überwachung neuer Waffenverbotszonen sei sehr personalintensiv.
Kritik an AfD und CDU
Geyer kritisierte Überlegungen des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt, im Wahlfall 150 bis 200 Stellen in der Landesverwaltung neu zu besetzen. Es sei rätselhaft, wie Siegmund auf diese Zahl komme. Sollte er versuchen, Beamte rechtswidrig aus dem Amt zu drängen, werde man sich wehren.
Für Personaldiskussionen in der CDU zeigte Geyer kein Verständnis. Er halte wenig davon, ständig über die Performance des Bundeskanzlers zu diskutieren. Seine Erwartung sei, dass die Bundesregierung soziale Sicherungssysteme zukunftsfest mache, für mehr Wirtschaftswachstum sorge und die Infrastruktur saniere. Zudem kritisierte er als CDU-Mitglied Pläne der Rentenkommission, Beamtenpensionen teilweise zu kürzen.