Die Bundesanwaltschaft hat am Dienstag zwei mutmaßliche Mitglieder einer terroristischen Vereinigung festnehmen lassen. Die Festnahmen erfolgten in der Nähe von Saarbrücken und in Stuttgart. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen Eritreer und einen Deutschen.
Verdacht auf Mitgliedschaft in Brigade N`Hamedu Deutschland
Die Karlsruher Behörde verdächtigt Merhawi A. und Shimangus T. der Mitgliedschaft in der inländischen terroristischen Vereinigung „Brigade N`Hamedu Deutschland“. Merhawi A., ein eritreischer Staatsangehöriger, wird zudem Landfriedensbruch in zwei Fällen vorgeworfen.
Die Gruppe "Brigade N`Hamedu Deutschland" wurde im August 2022 gegründet und verfolgte das Ziel, die Regierung in Eritrea zu stürzen. Sie war international vernetzt und führte gewaltsame Aktionen gegen Anhänger der eritreischen Regierung in Deutschland durch. Dabei griff sie auch deutsche staatliche Institutionen und Polizeikräfte an. Bei mehreren Veranstaltungen kam es zu Ausschreitungen, bei denen Polizeibeamte und Veranstaltungsteilnehmer verletzt wurden. Im Sommer 2024 kündigte die Gruppe an, künftig auf gewaltsame Ausschreitungen außerhalb Eritreas zu verzichten.
Rollen der Verdächtigen und weitere Vorwürfe
Merhawi A. soll den Ermittlern zufolge im August 2022 der Vereinigung beigetreten sein und Anfang 2023 das Amt des Generalsekretärs übernommen haben. Shimangus T., ein deutscher Staatsangehöriger, schloss sich der Gruppe im November 2022 an und wurde erster Vorsitzender.
Beide waren laut Bundesanwaltschaft "maßgeblich" am Aufbau der Strukturen der "Brigade N`Hamedu Deutschland" und an der Organisation gewaltsamer Aktionen beteiligt. Merhawi A. soll aktiv an Ausschreitungen in Gießen beteiligt gewesen sein und dort eine Gruppe von Angreifern angeführt haben.
Nächste Schritte im Verfahren
Beide Verdächtigen sollen noch am Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Dieser muss über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden.