Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) rät seiner Partei, auf einen Wechsel an der Spitze zu verzichten. Friedrich Merz stehe trotz schwieriger Umstände für die richtige Richtung, so Koch im Podcast „Ronzheimer“.
Kritik an Personalpolitik und aktuelle Lage
Koch, enger Vertrauter von Merz, stellt die Frage, ob es in schwierigen Zeiten darum gehen solle, Kurs zu halten oder mit personalpolitischen Maßnahmen Probleme lösen zu wollen. Sein Rat sei klar: Ein Kanzlertausch wäre nicht die Lösung. Er kenne keine Situation in Deutschland oder Europa, in der ein solcher Schritt zu besonders guten Ergebnissen geführt habe.
Merz befinde sich in einer besonders komplizierten Situation, so Koch. Die Schuldenaufnahme zu Beginn der Amtszeit sei zwar historisch notwendig gewesen, werde aber von vielen Wählern als gebrochenes Wahlversprechen wahrgenommen. Zudem erschwere die Koalition mit der SPD Merz’ Ausgangsposition.
CDU am Tiefpunkt – Koch sieht Merz als beste Option
Die Union könne die Erwartungen der Wähler nur langsam, zäh und nicht vollständig erfüllen, so Koch. Aktuell befinde sich die CDU an einem absoluten Tiefpunkt der Diskussion. Die Partei müsse sich entscheiden, ob sie die Kraft und den Mut habe, durch diese Phase zu steuern oder in der Nervosität des Tages Entscheidungen zu treffen.
Trotz historisch schlechter Umfragewerte hält Koch Merz für den richtigen Bundeskanzler. Deutschland könne derzeit keinen besseren Kanzler haben, betont er mit Blick auf die kritische internationale Situation. Koch äußerte den Wunsch und die Überzeugung, dass Merz noch sehr lange Bundeskanzler bleiben werde.