Verbraucherschützer fordern gezielte Entlastungen für bedürftige Haushalte anstelle eines neuen Tankrabatts. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigt unterdessen Maßnahmen für Autofahrer an.
Kritik an einseitiger Entlastungspolitik
"Verbraucher leiden nun schon seit mehreren Monaten in verschiedenen Lebensbereichen unter hohen Preisen", sagte Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes (VZBV), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe). „Ein alleiniger Fokus auf Entlastungen bei den Spritpreisen darf darauf nicht die Antwort sein.“ Notwendig seien gezielte Entlastungen für Menschen, die die hohen Energiekosten kaum noch stemmen könnten.
Pop betonte, die Bundesregierung müsse die Entwicklung der Lebenshaltungskosten langfristig und umfassend in den Blick nehmen. Das knappe Angebot von Öl und Gas auf den Weltmärkten könne schnell zu weiter steigenden Preisen bei Lebensmitteln und Heizkosten führen, warnte sie. Gefordert werden mehr Preistransparenz bei Lebensmitteln sowie eine krisenfeste Energieversorgung.
Kanzler plant Entlastungen für Autofahrer
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuvor Entlastungen für Autofahrer angekündigt. Wegen der Rekordpreise für Diesel und Benzin sei für viele Pendler eine Belastungsgrenze erreicht. "Ich bin der Meinung, dass wir handeln müssen", sagte Merz am Dienstag.
Das genaue Instrumentarium stehe noch nicht fest. "Sie können aber davon ausgehen, dass wir sehr bald einen Vorschlag dazu vorlegen werden." Die Bundesregierung stehe im Austausch mit den Ländern.